Mein Arbeitsspeicher ist voll. Also der in meinem Kopf. Überall habe ich offene Tabs: Ohrwürmer von viralen Tiktok-Sounds, Gedanken zu einem Video, das ich vor ein paar Stunden gesehen habe, oder der Reiz, mir auf meinem Smartphone kurz etwas Dopamin zu holen.Anzeige

Viele der Tabs sind nicht nur in meinem Kopf, sondern auch auf meinem Smartphone, meinem iPad und all den anderen Geräten geöffnet, die ich sonst im Alltag nutze. Zu den knapp acht Stunden Bildschirmzeit auf der Arbeit rechne ich noch einmal vier auf meinem Smartphone darauf. Nach der Arbeit bin ich gerne am Tablet oder an der Konsole. Laut Apples Bildschirmzeit-Tracker verbringe ich bis zu 14 meiner 16 wachen Stunden am Tag mit Bildschirmen.

Auch in Internetkreisen gibt es für meine Symptome einen Begriff: Brainrot (auf Deutsch: Hirnfäule). So nennen Menschen den geistigen Verfall, der mit zu viel Internetkonsum einhergeht. Doch wie real ist meine Hirnfäule? Und bin ich noch heilbar?Anzeige

Diagnose: Brainrot

Brainrot ist nicht nur ein lustiger Internetbegriff. Auch in der wissenschaftlichen Forschung, die den Begriff natürlich nicht verwendet, gibt es viele Hinweise auf die Folgen aller Facetten der Bildschirme. So zeigt eine Meta-Studie aus dem Jahr 2023 verheerende Folgen von gestörter Bildschirmnutzung. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt und exekutive Funktionen leiden, wenn Menschen ihre Screen-Nutzung nicht unter Kontrolle haben.