Kanzler Merz: »Wir verschließen die Augen vor dem, was doch offen zutage liegt«
Für seine Regierungserklärung am Donnerstag dieser Woche hatte sich Bundeskanzler Friedrich Merz – oder sein Redenschreiber – einen rhetorischen Dreh ausgedacht: Merz stieg ein mit zwei Verweisen auf Dinge, die seiner Meinung nach bestens laufen in Deutschland: neue Arbeitsplätze in der Luft- und Raumfahrtindustrie und mehr neu gegründete Start-ups in Deutschland. »Es gibt sie also, die Erfolgsgeschichten!«, sagte Merz nicht ein-, sondern gleich zweimal und zuckte dabei so, wie er das immer macht, wenn er sich witzig findet.
Dann ging er, wie es so seine Art ist, mit allen außer sich selbst ins Gericht: »Entweder wir scheuen Veränderungen, und zwar Veränderungen, die zunächst auch Einschränkungen bedeuten«, so der Kanzler, »wir verschließen die Augen vor dem, was doch offen zutage liegt.« Passenderweise schwenkte die Phoenix-Kamera zu diesem Zeitpunkt gerade über die Regierungsbank und zeigte eine abwesend nach unten blickende Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.
»Oder«, fuhr Merz fort, »wir nutzen die Stärken und Potenziale, um das Ruder herumzureißen und uns auf allen Feldern, auf denen das nötig ist, wieder besser aufzustellen. Wieder einmal sagte Merz anschließend, Deutschland müsse »auf technologische Innovation setzen«.Der eine oder andere dürfte sich da ungläubig die Augen gerieben haben. Friedrich Merz will »das Ruder herumreißen«? Mit »technischen Innovationen«? Dieser Friedrich Merz?












