Freie Fahrt fürs Rennvelo – Ausfahrten ohne AutoverkehrStille statt Stau: Vier Touren, auf denen man ungestört Höhenmeter sammeln kann.Andrea Freiermuth14.06.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenIllustration Jasmin Hegetschweiler / NZZRennradfahren ist Fliegen auf zwei Rädern, ein Gefühl absoluter Freiheit. Selbst wenn es sich bloss um eine Runde am Feierabend handelt. Wären da bloss nicht die dröhnenden Motoren und der dichte Verkehr. Doch es gibt sie noch, die asphaltierten Oasen der Ruhe. Wir stellen vier Touren vor, die weg von den Hauptachsen auf verschlungene, verkehrsarme Wege führen – durch den Jura, die Voralpen oder um den Zürichsee.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wer noch mehr Stille sucht, findet sie beim Verein Freipass: Die Organisation setzt sich dafür ein, dass Passstrassen an bestimmten Daten exklusiv für Menschen auf dem Velo erlebbar werden. Auf der Website des Vereins sind zahlreiche Termine für autofreie Pässe in der Schweiz, in Italien und Frankreich aufgeführt.Autofrei über den PragelpassRoute: Ziegelbrücke – Klöntalersee – Pragelpass – Muotathal – Zug Schwierigkeit: anspruchsvoll Strecke: 88,9 Kilometer, 1600 HöhenmeterGPX-Track: Pragel.gpxDas Wichtigste vorab: Diese Route sollte man unbedingt an einem Wochenende in Angriff nehmen, denn auf der Strecke vom Klöntalersee bis zum Pragelpass gilt am Wochenende ein Fahrverbot für Autos und Motorräder.Der Anfang der Tour ab Ziegelbrücke meidet die Kantonsstrasse zum Klöntalersee und nutzt stattdessen die deutlich ruhigere Alternative über die Schwammhöhe. Aber aufgepasst: Die Nebenstrasse ist stellenweise recht steil. Wer es weniger anspruchsvoll mag, fährt an einem der drei autofreien Sonntage über die Kantonsstrasse, denn diese Zufahrtsstrasse zum Klöntalersee ist jeweils am letzten Sonntag der Sommermonate komplett autofrei. An diesen Spezialtagen geniesst man somit von Ziegelbrücke bis zur Passhöhe eine richtig lange Strecke ohne Motorgeräusche.Die Abfahrt vom Pragelpass ins Muotathal ist schmal, steil und teilweise holprig. Wer das nicht mag, macht auf dem Pass rechtsumkehrt und rollt zurück Richtung Ziegelbrücke. Alle anderen dürfen sich entlang der Muota sowie vorbei am Lauerzer- und am Zugersee auf einen flüssigen Schluss freuen.In den Dolomiten der SchweizRoute: Saanen – Mittelberg – Jaun – Jaunpass – Saanen Schwierigkeit: anspruchsvoll Strecke: 61,5 Kilometer, 1650 HöhenmeterGPX-Track: Gastlosen.gpxVon Saanen aus führt die Route über malerische Weiden und durch Wälder steil hinauf zum Mittelbergpass. In der technisch anspruchsvollen, schmalen Abfahrt nach Jaun ist Vorsicht geboten. Der Aufstieg auf den Jaunpass bietet phantastische Rückblicke auf die Gastlosen, die aufgrund ihrer schroffen Kalkzinken oft als die «Dolomiten der Schweiz» bezeichnet werden. Diese Strecke ist allerdings nicht ganz so verkehrsarm wie der erste Abschnitt.Nach der rasanten, 8,5 Kilometer langen Abfahrt erfolgt die Rückreise über die nationale Veloroute 9. Dabei lässt sich die Kantonsstrasse zwischen Weissenbach und Schönried auf insgesamt 7 Kilometern leider nicht vermeiden.Bevor die finale Abfahrt nach Saanen lockt, müssen beim Anstieg nach Saanenmöser noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert werden – wobei man sich natürlich nach dem Jaunpass auch für die Abfahrt Richtung Thunersee entscheiden könnte.Jurahöhen ab OltenRoute: Olten – Lostorf – Schafmatt – Oltingen – Wölflinswil – Benkerjoch – Erlinsbach – Olten Schwierigkeit: mittel Strecke: 52 Kilometer, 960 HöhenmeterGPX-Track: Jurahöhen ab Olten.gpxDie im Hinblick auf die Distanz eher bescheidene, aufgrund der Höhenmeter jedoch recht knackige Rundtour startet am ÖV-Knotenpunkt Olten. Nach dem Einrollen bei Lostorf beginnt der Anstieg zur 812 Meter hohen Schafmatt. Die Strecke ist mit einigen steilen Rampen gespickt und führt im oberen Teil durch schattige Waldabschnitte bis zur Naturfreundehütte.Durch das hügelige Hinterland des Jurasüdfusses führt die Route auf verkehrsarmen Strassen Richtung Kienberg. In Wölflinswil startet der zweite markante Anstieg hinauf zum Benkerjoch. Die Passstrasse beginnt mit einer steilen Rampe, führt dann aber mit geringerer Steigung bis zur Passhöhe, wo ein Brunnen mit Trinkwasser zur Erfrischung bereitsteht.Die Abfahrt auf der Küttiger Seite ist stellenweise sehr steil und verlangt in den engen Kurven eine saubere Linie. Belohnt wird man mit einer rasanten Talfahrt durch eine Klus, vorbei an einer ehemaligen Papierfabrik. Apropos Belohnung: Im Gasthof Ochsen in Oltingen lohnt sich eine Pause – besonders der Schokoladenkuchen ist weit über die Region hinaus bekannt.Zürichsee in der zweiten ReiheRoute: Zürich Bürkliplatz – Wollishofen – Hirzel – Pfäffikon (SZ) – Seedamm – Rapperswil – Wolfhausen – Greifensee – Zürichberg – ZürichSchwierigkeit: mittelStrecke: 79 Kilometer, 920 HöhenmeterGPX-Track: Zürisee in der zweiten Reihe.gpxDirekt am Zürichsee entlangzufahren, empfiehlt sich aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens leider meist nur in den frühen Morgenstunden. Doch zum Glück gibt es in der zweiten Reihe eine sehr attraktive Alternative. Die Tour startet am Bürkliplatz und führt via Wollishofen hinauf zum Hirzel. Die Steigung ist stetig und meist sanft – perfekt zum Einrollen.Nach einer ersten Abfahrt überquert man den Seedamm. Ein Boxenstopp in Rapperswil bietet das perfekte mediterrane Flair zur Halbzeit der Tour – unter schattigen Platanen direkt am Wasser. Anschliessend darf man sich auf die Fahrt durch hübsche Weiler wie Wolfhausen und Fuchsrüti freuen, die veranschaulichen, dass man hier der Natur einfach ein Stück näher ist. Danach verläuft die Strecke flach entlang des linken Greifenseeufers, was Zeit bietet, die Beine für das Finale zu lockern.Diese letzten Höhenmeter über den Zürichberg sind steil und fordernd, bevor die Abfahrt zurück ans Zürcher Seebecken lockt. Hier ist aufgrund des dichten Stadtverkehrs erhöhte Vorsicht geboten, um die Rundtour sicher am Ausgangspunkt zu beenden.Alle vier GPX-Tracks stehen auch hier zum Download bereit.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
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