Schon das Auswahlverfahren für die nichtständigen Sitze im UN-Sicherheitsrat ist für den globalen Süden, also die Mehrheit der Welt, eine vom Westen aufgezwungene Zumutung.
Von den auf zwei Jahre begrenzten nichtständigen Sitzen ohne Vetorecht entfallen auf westliche Staaten drei Sitze (einer speziell für Osteuropa). Lateinamerika und selbst Asien müssen sich hingegen mit jeweils zwei Sitzen begnügen. Afrika bekommt nur einen Sitz. Und das, obwohl schon bei den ständigen Sitzen mit Vetorecht Frankreich oder England partout keinen Platz machen für Länder wie Indien, Brasilien oder Südafrika.
Insofern war klar, dass die Mehrheit der UN diese Woche zwei Länder Europas gewählt hat, die eher ein offenes Ohr für die Interessen des globalen Südens haben, wenn man denn schon gezwungen ist, europäische Länder zu wählen.
Deutschland scheitert an seiner Außenpolitik
Noch zwei Tage vor der Wahl hat sich CDU-Außenminister Johann Wadephul in einer UN-Rede in dieser Hinsicht stur gestellt. Er betonte zwar, man habe im Sudan, Libyen und Haiti geholfen. Doch bei den großen Themen geht Wadephul nicht auf den globalen Süden zu. Er verurteilt zwar die „Aggression“ und die „andauernden russischen Angriffe“ auf die Ukraine. Den Angriff der USA auf den Iran und den Versuch Israels, die Palästinenser-Gebiete dem Erdboden gleichzumachen, erwähnt er hingegen nicht einmal.







