Arbeitsmarkt : Begrenzte Zuwanderung vergrößert die Rentenlücke13.06.2026, 13:14Lesezeit: 2 Min.Drei Millionen Arbeitskräfte fehlten, um die hohe Zahl zusätzlicher Rentner zu finanzieren. So lauteten bislang die Prognosen. Eine neue Untersuchung zeigt: Es sind noch deutlich mehr.Der Renteneintritt der Babyboomer-Generation wird den deutschen Arbeitsmarkt einer Prognose zufolge stärker treffen als zunächst angenommen. „Am Ende fehlt ein Potential von mehr als vier Millionen Arbeitskräften“, heißt es in einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die am Montag veröffentlicht wird und dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Das seien etwa 1,3 Millionen mehr als bisher erwartet. Einen Grund dafür sieht das Institut in der Migrationspolitik der Bundesregierung. Zuerst hatte die „Rheinische Post“ berichtet (Samstag, online).2036 werde der letzte Jahrgang der Babyboomer das Rentenalter erreichen, erklärte das arbeitgebernahe Institut. Bis dahin werde die Erwerbsbevölkerung laut der IW-Bevölkerungsprognose um rund 4,3 Millionen Arbeitskräfte schrumpfen. Vor zwei Jahren sei die Berechnung noch von einer Lücke von drei Millionen ausgegangen.Bevölkerung schrumpft schneller als erwartetDie Bevölkerung schrumpfe schneller als angenommen, heißt es in dem IW-Bericht. 2024 habe man noch mit einem Wachstum Deutschlands bis 2040 gerechnet. Doch 2025 ging die Bevölkerungszahl laut dem Statistischen Bundesamts erstmals seit vielen Jahren zurück. Bis 2040 wird sie laut IW auf unter 82 Millionen Menschen sinken, weil weit mehr Menschen sterben als geboren werden.Zuwanderung habe die Entwicklung bislang ausgeglichen. Allerdings sei die Zahl der Zuzüge stark gesunken. Als Gründe nennt das Institut etwa die „Migrationswende“ der Bundesregierung. Auch die getrübte konjunkturelle Perspektive lasse kurz- und mittelfristig geringere Wanderungsgewinne erwarten.Die aktuelle Legislaturperiode sei „die letzte Chance, Maßnahmen einzuleiten“, um die Folgen der Babyboomer-Verrentung abzumildern, hieß es. Die Fachkräftezuwanderung sei „ausbaufähig“. Die Erwerbsbeteiligung könne erhöht werden und es gebe Potenziale bei der Pro-Kopf-Arbeitszeit. Das IW schlug vor, Arbeiten solle attraktiver gemacht werden, etwa durch eine geringere Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen.
Arbeitsmarkt: Rente von Babyboomern reißt größere Lücke
Drei Millionen Arbeitskräfte fehlten, um die hohe Zahl zusätzlicher Rentner zu finanzieren. So lauteten bislang die Prognosen. Eine neue Untersuchung zeigt: Es sind noch deutlich mehr.
Das IW revidiert die Arbeitskräfte-Lücke bis 2036 auf 4M statt 3M wegen schnellerem Bevölkerungsrückgang und restriktiver Migration. Tech-Manager müssen mit Talent-Shortage, höheren Lohnkosten und Automation-Druck rechnen – kritisch für Scaling und Team-Retention.












