Die Lücke zwischen ausscheidenden Babyboomern und nachrückenden jungen Arbeitskräften fällt einer neuen Studie zufolge deutlich größer aus als bislang angenommen. Die jüngste Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes stützt diese Daten zum Teil. Bis 2036 dürften in Deutschland rund 4,3 Millionen Arbeitskräfte fehlen.

Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die Rheinische Post am Samstag berichtete. Vor zwei Jahren hatte das IW die Differenz zwischen ausscheidenden und neuen Arbeitskräften noch mit knapp drei Millionen beziffert. Die Prognose liegt damit gut 1,3 Millionen höher als zuvor.

Prognose zur Erwerbsbevölkerung: Osten unter Druck

Die Daten decken sich ungefähr mit der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes vom März. Demnach ist die Einwohnerzahl 2025 von 83,6 auf voraussichtlich 83,5 Millionen gesunken. Die Zahl der 20- bis 66-Jährigen werde bis Mitte der 2030er-Jahre selbst bei hoher Nettozuwanderung um 3,2 Millionen Personen abnehmen, bei niedriger Zuwanderung um 4,9 Millionen. Zugleich steige die Zahl der Menschen ab 67 Jahren von 16,7 Millionen auf mindestens 20,1 Millionen.