Mehrfamilienhaus in Berlin: Gerade mal eine Million Sozialwohnungen gibt es in ganz Deutschland
Vor fast 40 Jahren suchten wir als Studierende eine Wohnung in West-Berlin. Und natürlich wäre eine Sozialwohnung schön gewesen. Günstige Miete, halbwegs sichere Bleibe. Nur: Es gab viel zu viele Bewerbungen für viel zu wenige Wohnungen. Dabei gab es zu der Zeit nach dem Wohnungsbericht der Regierung von Helmut Kohl 1987 »knapp vier Millionen Sozialmietwohnungen« – allein in Westdeutschland und West-Berlin .
Und heute? Gerade mal eine Million Sozialwohnungen in ganz Deutschland, Tendenz weiter fallend. Gleichzeitig sind die Mieten in vielen Städten so gestiegen, dass Wohnen für Menschen mit kleinem Einkommen längst kein normales Alltagsproblem mehr ist, sondern eine Existenzfrage.
Weniger Sozialwohnungen von der Politk gewolltDer drastische Rückgang der Zahl der Sozialwohnungen war und ist politisch gewollt. Die Antwort hieß damals und heißt: Wohngeld statt sozialer Wohnungsbau.
Die Idee klingt erst einmal vernünftig: Der Staat baut oder fördert nicht mehr in großem Stil günstige Wohnungen, sondern gibt vor allem Haushalten mit wenig Einkommen Geld dazu, damit sie sich auf dem normalen Wohnungsmarkt eine Wohnung leisten können. Nicht mehr die Objektförderung der Wohnungen. Sondern die Subjektförderung, also der Menschen. Und schon damals betraf es 1,9 Millionen Haushalte – nur im Westen.








