Wer in Berlin eine bezahlbare Wohnung sucht, dürfte es künftig noch schwerer haben. Im vergangenen Jahr sind in der Hauptstadt 8387 Sozialwohnungen aus der Bindung gefallen. Gleichzeitig wurden 5175 neue Sozialmietwohnungen gefördert, hinzu kamen 255 Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende. Der Neubau konnte die Verluste damit nicht ausgleichen. Berlin steht nicht allein da: Bundesweit ging der Bestand an Sozialwohnungen 2025 um rund 20.000 Wohnungen zurück.

Linke warnt vor Verdrängung

Linke-Chef Jan van Aken sieht darin eine Verschärfung der Wohnungsnot in der Hauptstadt. „Wenn Sozialwohnungen wegfallen, werden in Städten wie Berlin noch mehr hart arbeitende Menschen verdrängt“, erklärte er gegenüber der Berliner Zeitung. „Die Kieze verlieren ihren Charakter und die Menschen müssen immer weitere Wege zur Arbeit zurücklegen.“

Auch die wohnungspolitische Sprecherin der Linken, Caren Lay, verweist auf die Entwicklung in Berlin. Mehr als 8000 Wohnungen hätten dort 2025 ihre Sozialbindung verloren. Der Neubau habe diese Verluste nicht ausgleichen können. Für viele Mieter steige damit der Druck, weil nach dem Auslaufen der Bindungen Mieterhöhungen bis zum Marktniveau möglich seien.