„I’m the best ever“, sagte Mike Tyson einmal in ein Mikrofon. Es war das Jahr 2000, Tyson hatte den Boxer Lou Savarese in Glasgow nach nur 38 Sekunden besiegt. Danach stand er im Ring und sagte, er sei der brutalste, bösartigste, gnadenloseste Champion, den es je gegeben habe.26 Jahre später steht die Boxlegende vor dem Restaurant Bellucci in Berlin-Wilmersdorf. Im Mund hat er einen Joint, er lächelt verschmitzt in die Kamera. Tyson ist für die Mary Jane in die Hauptstadt gekommen. Auf der Cannabis-Messe tritt er als Gesicht seiner Marke Tyson 2.0 auf, die seit 2021 Cannabis-Produkte, Rauchzubehör und Merchandise verkauft. Aus dem Mann, der früher Angst auslösen sollte, ist ein Unternehmer geworden, der Entspannung verkaufen will. Ganz verschwunden ist der alte Tyson dabei nicht.

Gedränge um Mike Tyson: Als der frühere Schwergewichtsweltmeister bei einem Event zur Mary Jane ankommt, zücken Fans und Fotografen sofort ihre Handys und Kameras.

© Lauryn Zoe Hinsch/Berliner Zeitung

Mike Tyson auf der Mary Jane in Berlin

Tyson wurde 1986, mit nur 20 Jahren, jüngster Schwergewichtsweltmeister der Boxgeschichte. Viele seiner Kämpfe endeten so schnell, dass sich aus der sportlichen Überlegenheit bald ein Mythos entwickelte. 1992 wurde er wegen Vergewaltigung verurteilt und saß mehrere Jahre im Gefängnis. 1997 biss er Evander Holyfield im WM-Kampf ein Stück vom Ohr ab. Danach folgten sportliche Comebacks und finanzielle Probleme. Tyson trat in Shows und Filmen auf, darunter seine bekannte Szene mit dem Tiger in „Hangover“. Zuletzt sah man ihn 2024 im Kampf gegen den YouTuber und Boxer Jake Paul, den Tyson nach Punkten verlor.