Das müssen sich Steuerzahler nicht bieten lassen: Das Bremer Jobcenter hat sich in einer (gemieteten!) Immobilie einen „Kreativraum“ geschaffen, dessen Einrichtung nicht wie geplant weniger als 100.000 Euro, sondern am Ende 906.000 Euro kostete. Hinzu kam ein Raum für das Projekt „Frauen in der Arbeitswelt“, das mit 293.000 Euro ebenfalls deutlich mehr kostete als zunächst geplant.Der Vorgang deutet darauf hin, dass die Behördenleitung erhebliche Schwierigkeiten hat bei der Unterscheidung zwischen dem berechtigten Anliegen, ihren Beschäftigten eine ordentliche Arbeitsumgebung zu bieten, und dem Verprassen von Geld für Luxusmöbel sowie blumig formulierte Projekte. In einem Staat, der immer höhere Schulden anhäuft, sollte an diesem Punkt eigentlich keine Nachhilfe nötig sein. Das Gebot lautet eiserne Kostendisziplin, zumal im finanziell besonders klammen Bremen.Eine Reihe von Skandalen in BremenDas Jobcenter versuchte die Sache jedoch kleinzureden und rückte mit den Zahlen zu den Projekten nur widerwillig und scheibchenweise heraus. Es ist daher richtig, dass der Behördenleiter, der intern ohnehin unter Druck stand, abgelöst wird.Das Vertrauen in die Sozialbehörden im Land Bremen ist damit aber noch nicht wieder hergestellt. Denn der „Kreativraum“ reiht sich ein in eine Serie von Affären vom groß angelegten Bremerhavener Sozialhilfebetrug bis zum laxen Umgang mit Scheinvaterschaften, die gemeinsam den Nenner haben, dass man sich eher ums Ausgeben als ums Zusammenhalten von Steuergeld kümmerte.