PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBildungsministerinPrien warnt nach AfD-Bildungsplänen vor „gefährlicher Entwicklung“Stand: 16:54 UhrLesedauer: 2 MinutenAfD-Vorstoß sei „ein durchsichtiges Unterfangen“, beanstandete PrienQuelle: Sebastian Gollnow/dpaIm Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt wirbt die AfD mit dem Slogan „Bildungspflicht statt Schulzwang“. Bildungsministerin Prien hat sich nun gegen den Vorstoß ausgesprochen, die Schulpflicht aufzuweichen.Mit deutlichen Worten hat sich Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) gegen den Vorstoß der AfD gewandt, die Schulpflicht aufzuweichen. „An diesem Grundfundament auch unseres Staates zu rütteln, halte ich für eine gefährliche Entwicklung“, betonte Prien in München. Es sei eine ungeheuer wichtige Errungenschaft unseres sozialen Rechtsstaates, dass Kinder unabhängig vom sozialen Milieu oder ihrer Herkunft gemeinsam lernen könnten und auch in den Schulen Bildung und Erziehung genössen, um damit einen erfolgreichen Bildungs- und Lebensweg beschreiten zu können.Die Bedeutung dieser Errungenschaft könne man gerade in einer Einwanderungsgesellschaft, in der viele Kinder und Jugendliche die Unterstützung der Schulen besonders bräuchten, nicht hoch genug schätzen, sagte Prien bei der Bildungsministerkonferenz. Schule sei aber auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von entscheidender Bedeutung – etwa für die Frage, wie man miteinander auch über soziale Milieus hinweg noch ins Gespräch komme.Lesen Sie auchPrien betonte: Nachdem es in allen Bundesländern verfassungsrechtlich geschützt die Möglichkeit gebe, für seine Kinder Schulen in freier Trägerschaft und somit ganz alternative Modelle der Beschulung zu wählen, sei der AfD-Vorstoß „ein durchsichtiges Unterfangen“. Die AfD fordert eine Aufweichung der Schulpflicht, aktuell im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt unter dem Schlagwort „Bildungspflicht statt Schulzwang!“.Die Bundesregierung soll sich nach dem Willen mehrerer Bundesländer den Vorstößen zur Aufweichung der Schulpflicht in Deutschland entgegenstellen. Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hamburg brachten dafür im Bundesrat einen entsprechenden Antrag ein, über den nun zunächst in den Ausschüssen der Länderkammer weiter beraten wird.dpa/doli