Die Bestellung eines neuen Fernsehchefs kann durchaus spannend sein. Zumindest, wenn man sie so inszeniert wie der österreichische Rundfunk am Montagabend. Der ORF ließ zur besten Sendezeit jene Frauen und Männer, die sich für die Führung des ORF bewarben, gegeneinander antreten wie Spitzenpolitiker vor einer Wahl. Die sieben Kandidatinnen und Kandidaten standen an weißen Rednerpulten und hatten drei Minuten Zeit, um ihre Konzepte zu präsentieren. Danach wurden sie von einer Moderatorin befragt oder sollten Täfelchen mit „Ja“ oder „Nein“ hochhalten, wenn es um Fragen ging wie: Soll das Korrespondentennetzwerk ausgebaut werden? Oder: Soll der ORF Opern im Hauptabendprogramm zeigen? Dazwischen durfte sich das Publikum im Saal an die Bewerberinnen und Bewerber richten.