Clemens Pig ist zum neuen Generaldirektor des österreichischen öffentlich-rechtlichen Senders ORF gewählt worden. Der 51-Jährige soll das größte Medienunternehmen des Landes ab 2027 leiten.Pig führt seit zehn Jahren die österreichische Nachrichtenagentur APA. Er gilt als technologieaffiner Medienmanager und integre Führungsfigur, hat aber keine TV-Erfahrung. Er ist der erste externe ORF-Chef seit Jahrzehnten. In seiner ersten Stellungnahme betonte Pig, er wolle den Sender „vom Rundfunk zur Plattform der Gesellschaft“ weiterentwickeln. Insbesondere im Streamingbereich sei eine digitale Offensive beim jungen Publikum notwendig.Die Wahl dürfte juristisch überprüft werden: Stiftungsrat Peter Westenthaler kündigt eine Anfechtung an und spricht von einer „ekelhaften Inszenierung“. Westenthaler, der der rechten FPÖ nahesteht, wirft den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP vor, sich bereits vor der Ausschreibung auf einen Kandidaten verständigt zu haben.Pig übernimmt den ORF in schwierigen Zeiten: Im März trat der damalige ORF-Intendant Roland Weißmann nach Vorwürfen zurück, die zunächst als „sexuelle Belästigung“ kommuniziert, später dann als „unangemessenes Verhalten“ bezeichnet wurden. Eine ORF-Mitarbeiterin hatte gegenüber dem ORF-Stiftungsrat Anschuldigungen erhoben. Weißmann bestreitet die Vorwürfe. Zudem muss der Sender mit knapperen Mitteln auskommen. Der ORF hat rund 4000 Beschäftigte und ein Budget von etwa 1,1 Milliarden Euro.
Clemens Pig ist zum neuen ORF-Chef gewählt worden
Der ORF bekommt erstmals seit Jahrzehnten einen Chef von außen: Medienmanager Clemens Pig übernimmt ab 2027. Über seine Wahl wird politisch und juristisch weiter gestritten.
Clemens Pig, langjähriger APA-Chef, wird 2027 neuer ORF-Generaldirektor und soll den Sender zur Streaming-Plattform transformieren. Ein Tech-affiner Manager bei Österreichs Leitmedium signalisiert die zwingende Pivot von klassischem Broadcast zu digitalen Plattformen.






