PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungUkraine-KriegLänger als der Erste WeltkriegStand: 08:03 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Gräuel finden kein Ende: Kiew nach einem russischen Angriff Anfang Juni 2026Quelle: Stringer/REUTERSDer Krieg in der Ukraine muss ein Ende finden, je schneller, desto besser. Jetzt dauert er bereits länger als der Erste Weltkrieg.Der Erste Weltkrieg dauerte 1568 Tage, vom 28. Juli 1914 bis zum 11. November 1918. Am Donnerstag sind seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 bereits 1569 Tage vergangen – und ein Ende des Krieges ist nicht abzusehen.Wir sollten nicht allzu große Hoffnungen setzen auf das Londoner Verhandlungsangebot an Wladimir Putin von Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Keir Starmer und Wolodymyr Selenskyj. Angesichts der düsteren Erfahrung der letzten gut 224 Wochen ist eine Enttäuschung programmiert. Das Morden wird andauern.Lesen Sie auchNicht missverstehen – es ist trotzdem richtig und wichtig, dass sich die Staats- und Regierungschefs in London getroffen haben. Der Krieg dauert bereits seit dem allerersten Tag zu lange, er muss ein Ende finden, je schneller, desto besser. Und deshalb liegt es auch an der Bundesregierung, dem Kreml-Herrscher immer und immer wieder zu signalisieren: Wir wollten diesen Krieg nicht, wir wollen ihn auch heute nicht, wir sind jederzeit bereit, Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu unterstützen. Und, natürlich, muss die Bundesregierung die Gesprächskanäle mit Moskau offenhalten – was während des gesamten Krieges auch geschah.Aber es kann und darf keinen Frieden geben, der nur als Wegbereiter für einen noch größeren Krieg fungiert. „Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht worden“, schrieb Immanuel Kant Ende des 18. Jahrhunderts in seinem ersten Präliminarartikel in seiner Altersschrift „Zum ewigen Frieden“.Was für das Heute bedeutet, dass es keinen Frieden geben kann, der Russland nur dazu befähigt oder dazu anspornt, andere Länder, vielleicht sogar Nato-Länder, mit militärischer Aggression zu überziehen. Auf den 1568 Tage dauernden Ersten Weltkrieg folgte schließlich der Zweite Weltkrieg – nicht nur, aber eben auch, weil der nach dem Waffenstillstand von Compiègne gefundene Frieden Defizite aufwies.Lesen Sie auchEs war Putin, der diesen Krieg wollte, der diesen Krieg am 24. Februar 2022 startete. Und deshalb wird es am Ende auch Putin sein, ohne den dieser Krieg kein Ende finden wird. Solange der russische Präsident sich noch Chancen auf einen Sieg in der Ukraine ausrechnen kann, wird er schwerlich ernsthaft an einem dauerhaften Frieden interessiert sein. Oder gar an einer Nachkriegsordnung, in der das Recht wieder über die Stärke triumphiert.Lesen Sie auchWeshalb es am Westen liegt, Putin beständig ernstgemeinte Gesprächsbereitschaft zu signalisieren, aber gleichzeitig die Ukraine weiter zu unterstützen. Mit direkter Hilfe an Kiew und Sanktionen gegen Moskau. Denn auch wenn die Sanktionspakete häufig zu lange auf sich warten lassen, wird die Schlinge um den Hals von Putins zunehmend schwächelnder Kriegswirtschaft damit immer enger gezogen. Und dies, während die Ukrainer Putins vermeintlich sicheres Hinterland immer tiefer und systematischer angreifen. Damit Putin eines Tages keinen anderen Ausweg mehr sieht, als diesem schon viel zu lange andauernden Krieg endlich ein Ende zu bereiten. Europa und vor allem der Ukraine wäre es zu wünschen.
Ukraine-Krieg: Länger als der Erste Weltkrieg - WELT
Der Krieg in der Ukraine muss ein Ende finden, je schneller, desto besser. Jetzt dauert er bereits länger als der Erste Weltkrieg.













