PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostTrump verkündet „großartige Vereinbarung“ mit dem Iran – Teheran widersprichtStand: 00:42 UhrLesedauer: 4 Minuten„Sie wollen den Deal viel mehr als ich“, sagt Donald Trump über den IranQuelle: AP Photo/Jacquelyn MartinUS-Präsident stellt wieder einmal ein zeitnahes Abkommen mit dem Iran in Aussicht – vielleicht sogar schon für das Wochenende. Diesmal habe sogar das iranische Staatsoberhaupt zugestimmt. Teheran dementiert eine Einigung.US-Präsident Donald Trump hat sich hinsichtlich einer Vereinbarung mit dem Iran erneut optimistisch geäußert. Er behauptete am Donnerstag (Ortszeit), die USA hätten bereits früher praktisch eine Einigung mit dem Iran erzielt. Auf die Frage, warum er diesmal so zuversichtlich sei und weshalb die Voraussetzungen für ein mögliches Abkommen nun anders seien, antwortete Trump: „Weil sie schwer getroffen wurden.“Dokumente würden noch finalisiert, sagte Trump im Oval Office vor Reportern. Das sollte in den nächsten Tagen passieren. Wahrscheinlich werde es dann eine Unterzeichnung geben – „vielleicht in Europa“. Einen genauen Ort oder ein Land nannte Trump nicht, kündigte aber ein Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an. Kurz darauf sagte er, vielleicht werde die Unterzeichnung schon am Wochenende vollzogen. Er selbst werde dann nicht dabei sein können, aber Vize-Präsident JD Vance.Viele inhaltliche Details nannte Trump nicht. Er sprach von einer „großartigen Vereinbarung“ genau wie von „einer starken Absichtserklärung“, die zugleich „ein wenig konzeptionell“ sei. Das Rahmenabkommen umfasse unter anderem eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus sowie das Ende der US-Seeblockade. Außerdem werde die Abmachung bedeuten, dass der Iran „niemals eine Atomwaffe“ haben werde. Über den Iran sagte Trump: „Sie wollen den Deal viel mehr als ich.“ Lesen Sie auchAllgemein wird erwartet, dass ein Rahmenabkommen den Grundstein für vertiefte Verhandlungen über die großen Streitpunkte legen würde. Seit Wochen gibt es Bemühungen, eine solche Vereinbarung zu erreichen. Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt erklärt, eine Vereinbarung mit Teheran sei nah. Dies konkretisierte sich dann aber nie.Trump sagte auf Nachfrage, nach „seinem Verständnis“ habe das iranische Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei diesmal bereits zugestimmt. „Soweit ich weiß, lautet die Antwort ja“, sagte Trump. Chamenei wurde bei den ersten Angriffswellen der amerikanischen und israelischen Bombardierung des Iran verletzt und hält sich seitdem verborgen. Zuvor hatte er in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, dass sich nach Gesprächen mit „der höchsten Ebene der iranischen Führung“ eine Verhandlungslösung abzeichne. „Iran ist zu keiner abschließenden Entscheidung gelangt“Eine Bestätigung aus Teheran gab es zunächst aber nicht. „Bislang ist der Iran zu keiner abschließenden Entscheidung über das Abkommen gelangt“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Bakaei, gegenüber iranischen Medien. Er widersprach damit Angaben von US-Präsident Donald Trump. „Es wurde kein Text für eine Vereinbarung gebilligt“, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars zuvor unter Berufung auf Verhandlungskreise. Lesen Sie auchAuch Israel meldete sich zu einer möglichen Einigung. Demnach würden auch israelische Sicherheitsinteressen berücksichtigt. Diese Zusicherung habe man aus Washington bekommen, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit. US-Präsident Donald Trump habe zugesagt, dass ein endgültiges Abkommen mit Teheran die Entfernung des vom Iran angereicherten Urans sowie den Abbau der iranischen Anlagen zur Urananreicherung umfassen werde.Trump habe Netanjahu auch zugesichert, dass eine Vereinbarung auch Irans Herstellung von Raketen einschränken sowie Teherans Unterstützung seiner Stellvertreter in der Region beenden werde. Gemeint sind damit unter anderem die palästinensische Terrororganisation Hamas sowie die libanesische Hisbollah-Miliz.Den Angaben zufolge sprachen Trump und Netanjahu am Abend miteinander über eine „sich abzeichnende Absichtserklärung“ zwischen den USA und dem Iran zur Aufnahme von Verhandlungen. Israel sei daran nicht beteiligt, stellte Netanjahus Büro klar. Das iranische Atomprogramm ist einer der Hauptpunkte im Konflikt mit den USA und Israel. Israel sieht sich dadurch in seiner Existenz bedroht. Der Iran hat dem jüdischen Staat immer wieder mit Vernichtung gedroht. Die politische Führung des Irans beteuerte zugleich, dass sie nicht nach Atomwaffen strebe. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und viele Staaten waren jedoch in den vergangenen Jahren besorgt, dass Teheran immer näher an den Punkt rückte, solche Kernwaffen herstellen zu können.Trump verzichtet auf angekündigte AngriffeWenige Stunden vor seinen neuesten Aussagen hatte Trump einen von ihm selbst angekündigten schweren Angriff auf den Iran wieder vom Tisch genommen. Grund seien die fortgeschrittene Verhandlungen, hatte er auf seiner Plattform Truth Social erklärt. „Da die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran auf die höchste Ebene der iranischen Führung verlagert und von dieser gebilligt wurden, habe ich als US-Präsident die für heute Abend geplanten Angriffe und Bombardierungen gegen den Iran abgesagt.“Beide Seiten hatten sich in den vergangenen Tagen mit Angriffen überzogen, was einen im April verkündeten Waffenstillstand belastete. luwi/dpa/rtr/AFP/AP