PfadnavigationHomePolitikAuslandNahost-KonfliktTrump bläst angekündigte Iran-Angriffe überraschend ab – Teheran dementiert FortschritteStand: 21:08 UhrLesedauer: 3 MinutenUS-Präsident Donald TrumpQuelle: Evan Vucci/REUTERSDer US-Präsident begründet seine Entscheidung mit den laufenden Gesprächen. Die endgültigen Punkte seien von allen beteiligten Parteien gebilligt worden. Ein Abkommen soll „in Kürze“ folgen. Verlautbarungen aus Teheran klingen anders.US-Präsident Donald Trump hat die für diesen Abend angekündigten schweren Angriffe auf den Iran abgesagt. Der Republikaner begründete das auf der Plattform Truth Social mit laufenden Gesprächen, die die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht hätten.Die Gespräche und die endgültigen Punkte seien in ihrer Grundausrichtung und im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt worden, darunter die USA, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere Länder. „Die Seeblockade bleibt bis zum Abschluss dieser Transaktion in vollem Umfang in Kraft – Zeitpunkt und Ort der Unterzeichnung werden in Kürze bekannt gegeben“, schrieb Trump. Am Aktienmarkt legten die Kurse im Zuge der Ankündigung zu. Irans politische Führung dementierte umgehend die Fortschritte bei den Verhandlungen. Bislang sei kein Text über ein Rahmenabkommen finalisiert worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, unter Berufung auf eine mit dem Verhandlungsteam verbundene Quelle.Kehrtwende binnen weniger StundenDer US-Präsident hatte zuvor am Donnerstag mit neuen Angriffen auf den Iran und darüber hinaus mit einer kompletten Übernahme der iranischen Öl- und Gasindustrie gedroht. Das US-Militär werde die Islamische Republik in der Nacht zum Freitag „SEHR HART“ treffen, schrieb er. Lesen Sie auchEr drohte Teheran außerdem damit, in nicht allzu ferner Zukunft die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Charg sowie andere Öl-Infrastrukturpunkte zu übernehmen. Die USA würden die „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen. Auf der Insel Charg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch großer Bedeutung.Lesen Sie auchTrump wollte damit den Druck auf den Iran in den stockenden diplomatischen Bemühungen erhöhen. Seit Wochen gab es Bemühungen um ein Rahmenabkommen über ein Ende des Krieges. Zuletzt gab es keine Anhaltspunkte dafür, dass es bedeutende Annäherungen in den Hauptkonfliktpunkten zwischen den USA und dem Iran gab.Zuletzt mehrfach gegenseitige AngriffeDie USA und der Iran beschossen sich in der Nacht erneut heftig gegenseitig. Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte es gegenseitige Angriffe gegeben. Eigentlich gilt zwischen den Kriegsparteien seit zwei Monaten eine Feuerpause.Laut iranischen Medien wurden bei Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal „Mehr“ berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden. Das US-Militär sprach von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran. Das iranische Außenministerium hatte die „großangelegten“ US-Angriffe der vergangenen Nacht scharf verurteilt. Irans Militär drohte nach den US-Angriffen, jedes Schiff, das die für den Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus zu passieren versuche, anzugreifen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb dagegen auf X: „Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus.“Der Iran griff zudem die Golfstaaten Bahrain und Kuwait in der Nacht an. Lokalen Behördenangaben zufolge wurde dabei in Bahrain ein elfjähriges Mädchen verletzt. In der Hauptstadt Manama und in dem Ort Hammad seien durch herabfallende Trümmerteile nach der Abwehr von iranischem Drohnenbeschuss zudem mehrere Fahrzeuge in Brand geraten und Wohnhäuser beschädigt worden.Auch Jordanien fing laut eigenen Angaben in der Nacht 20 aus dem Iran abgefeuerte Raketen ab. Im Osten des Landes hat das US-Militär an einem Stützpunkt unter anderem Kampfflugzeuge stationiert.rtr/AP/afp/dpa/rct/saha
Nahost-Konflikt: Trump bläst angekündigte Iran-Angriffe überraschend ab – Teheran dementiert Fortschritte - WELT
Der US-Präsident begründet seine Entscheidung mit den laufenden Gesprächen. Die endgültigen Punkte seien von allen beteiligten Parteien gebilligt worden. Ein Abkommen soll „in Kürze“ folgen. Verlautbarungen aus Teheran klingen anders.
Trump stellt Angriffe auf Iran ein unter Verweis auf Verhandlungen; Seeblockade bleibt bestehen. De-Escalation reduziert Energie- und Chip-Supply-Risiken, doch Teherans Dementi signalisiert Volatilität für Rohstoffbudgets und Governance bei Multinationalen.










