PfadnavigationHomePolitikDeutschlandLinker Jugendkongress„Angriff auf Orte des kritischen Diskurses“ – TU Berlin streicht Anti-AfD-VeranstaltungenStand: 12.06.2026Lesedauer: 2 MinutenDer Soziologe Andreas Kemper aus Münster (Foto vom 19.04.2024) wollte an der TU Berlin einen Vortrag mit dem Titel „Björn Höcke – Enthüllung eines Faschisten“ haltenQuelle: picture alliance/epd-bild/Detlef HeeseEin Anwalt soll die Universität zuvor unter Druck gesetzt haben. Der Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband vermutet Druck von Rechtsaußen gegen die Universitätsleitung. Die TU Berlin reagiert ausweichend.In Berlin gibt es Streit um einen linken Jugendkongress an der Technischen Universität. Der Kongress mit dem Namen „Take back the future“ wird vom Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband (SDS) und den Studis gegen Rechts der TU Berlin organisiert und soll zwischen dem 12. und dem 14. Juni stattfinden. Der SDS schreibt in einem Telegram-Post, die Universität habe die Verantwortlichen aufgefordert, mehrere Veranstaltungen aus dem Programm zu nehmen – und vermutet Druck von Rechtsaußen. Zuvor hatte die „taz“ berichtet.Der Darstellung der Veranstalter zufolge soll ein Anwalt die Uni unter Druck gesetzt und mit rechtlichen Schritten gegen den Kongress gedroht haben. Der Anwalt habe sich dabei auf das Neutralitätsgebot berufen. Der SDS wirft ihm vor, der AfD nahezustehen.Was die Technische Universität dazu sagtEine TU-Sprecherin teilte auf Nachfrage mit: „Die Technische Universität Berlin ist ein Ort des wissenschaftlichen Austauschs, der kritischen Debatte und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Wir haben das Bestreben, parteipolitischen Streit insgesamt vom Campus fernzuhalten. In konstruktiver Abstimmung mit den studentischen Veranstalter*innen wurde das Programm daher gesichtet und in einzelnen Punkten angepasst.“Um welche Punkte genau es gehe, sagte die Sprecherin nicht. Auch antwortete sie nicht auf die Frage, ob ein AfD-naher Rechtsanwalt der TU mit rechtlichen Schritten gedroht habe.Lesen Sie auchDie Veranstalter wollen am Freitag bei einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Den Angaben nach haben 1500 Menschen für den Kongress angemeldet.Lesen Sie auchDer Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband ist der Studierendenverband der Partei Die Linke. Zu dem umfangreichen Programm gehören etwa 90 Vorträge, schwerpunktmäßig mit Themen zu Feminismus, Faschismus, Krieg und Wehrpflicht. Ein Vortrag trägt den Titel „Björn Höcke – Enthüllung eines Faschisten“. Die „taz“ schreibt, der Vortrag gehöre zu den Programmpunkten, die auf der Streichliste stünden.Lesen Sie auch„Es wäre eine klare Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit, wenn die faschistische Agenda von Björn Höcke nicht als faschistische Agenda bezeichnet werden dürfte“, sagt der gechasste Soziologe Andreas Kemper der taz. „In meinem Vortrag geht es nicht um eine Diffamierung von Björn Höcke, sondern ich begründe dort, warum Höcke als Faschist interpretiert werden sollte und warum er hinter den Neonazi-Texten von Landolf Ladig steckt.“Die Pressesprecherin des „Take Back The Future“-Kongresses fordert in der Zeitung alle auf, jetzt erst recht zum Kongress zu kommen. „Die AfD möchte unseren Kongress verhindern. Das ist ein Angriff auf Universitäten als Orte des kritischen Diskurses. Wir dürfen vor der AfD nicht einknicken“, sagte Veronika Dinter. Der SDS fordere dies auch von der TU. dpa/saha
Linker Jugendkongress: „Angriff auf Orte des kritischen Diskurses“ – TU Berlin streicht Anti-AfD-Veranstaltungen - WELT
Ein Anwalt soll die Universität zuvor unter Druck gesetzt haben. Der Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband vermutet Druck von Rechtsaußen gegen die Universitätsleitung. Die TU Berlin reagiert ausweichend.
TU Berlin strich mehrere Kongressvorträge nach Druck eines Anwalts, der Neutralität geltend machte – darunter Kempers Vortrag über Björn Höcke. Externe rechtliche Interferenz in akademische Freiheit – für Tech-Manager ein Governance-Signal über Meinungsfreiheit unter politischem Druck.











