Manchmal reichen ein paar ehrliche Sätze, um gleichzeitig eine Debatte loszutreten und gefeuert zu werden. Fred Göcken ist es so ergangen, der fast 20 Jahre lang ein loyaler Mitarbeiter im Jobcenter Bremen war – bestimmt keine Arbeitsstelle, die vergnügungssteuerpflichtig ist. Im Bild-Podcast „Ronzheimer.“ gibt er jetzt Einblick in die Geschehnisse, die tsunamiartig über ihn hinwegfegten, nachdem er in der ZDF-Sendung „System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“ frank und frei Einblicke in seine Erfahrungen gab. Und das, was ihm so unter den Nägeln brennt. Mit seinen Aussagen habe er „nur ein SOS senden wollen, weil die AfD immer stärker werde im Land“.

Falsche Angaben: ein offenes Geheimnis im Jobcenter

Ihm zufolge würde ein erheblicher Teil der Leistungsbeziehenden falsche Angaben machen – in der Diskussion nannte er Größenordnungen von „30 bis 40 Prozent“, etwa bei Vermögen, Bedarfsgemeinschaften oder Wohnsituationen. Göcken beschrieb darüber hinaus ein System, das im Alltag weniger auf konsequente Vermittlung in Arbeit als auf Verwaltung und Fallbearbeitung ausgerichtet sei. Sanktionen würden nur begrenzt umgesetzt – natürlich auch, weil man in Bremen, wie im Rest des Landes, heillos überlastet ist.