Trump droht mit „vollständiger Kontrolle“ über Irans Öl Der amerikanische Präsident Donald Trump hat mit der Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg gedroht. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werde man die Insel und andere Öl-Infrastrukturpunkte übernehmen und die „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social und kündigte zugleich schwere Angriffe auf Iran für die Nacht an.Es empört viele Inder, dass binnen weniger Tage mehrfach Tanker mit indischen Seeleuten von amerikanischen Raketen getroffen wurden. Unser Korrespondent Till Fähnders berichtet:Ölpreis bleibt stabil trotz EskalationDer Ölmarkt hat bislang gelassen auf die Eskalation im Nahen Osten reagiert. Seit Ende Mai kostet Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee stabil weniger als 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Gegenseitige Angriffe der USA und des Iran sowie Meldungen über eine Sperrung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus sorgten am Ölmarkt nicht für größere Preissprünge.Zum Start des Krieges Ende Februar hatte die faktische Sperrung der Straße von Hormus den Preis für Rohöl der Sorte Brent sprunghaft von etwa 75 Dollar bis auf etwa 120 Dollar je Barrel im März nach oben getrieben. Im Vergleich zur Anfangsphase des Iran-Kriegs zeigen sich auf dem globalen Ölmarkt nun aber wichtige Veränderungen. Rohstoffexperten erkennen eine Reihe von Faktoren, die den Anstieg der Ölpreise bremsen. China und Russland fordern Iran und USA zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufChina hat nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran einen sofortigen Stopp der Kämpfe gefordert. China rufe die betroffenen Seiten auf, die militärischen Einsätze „unverzüglich einzustellen“, sagte Pekings Außenministeriumssprecher Lin Jian am Donnerstag vor Journalisten. Die Kriegsparteien sollten „zum Dialog und zu Verhandlungen zurückkehren, auf die Vermittlungsbemühungen der beteiligten Länder eingehen und so bald wie möglich einen umfassenden und dauerhaften Waffenstillstand erreichen“.Ähnlich äußerte sich Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow. „Wir rufen alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf“, sagte Peskow bei seiner täglichen Pressekonferenz. Er warnte vor „weiteren negativen Folgen“ dieser „Eskalation der Spannungen“ für die Lage in der Region und für die Weltwirtschaft. Iran verurteilt US-AngriffeDas iranische Außenministerium hat die „großangelegten“ US-Angriffe der vergangenen Nacht scharf verurteilt. Teheran habe ein Recht auf Selbstverteidigung und Gegenschläge, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Auch sei die Feuerpause dadurch „praktisch bedeutungslos“ bedeutungslos geworden. Die US-Regierung trage die Verantwortung für die „gefährlichen Konsequenzen“ der Aggression, hieß es weiter. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde zielten die jüngsten US-Angriffe hauptsächlich auf den Süden des Landes, es wurden aber auch Orte nahe der Hauptstadt Teheran getroffen. Laut iranischen Medien wurden bei den Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal „Mehr“ berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden.Das US-Militär sprach in der Nacht von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran. Eigentlich gilt zwischen den Kriegsparteien eine Feuerpause. Uli PutzRevolutionsgarde greift US-Stützpunkt in Jordanien anJordanien hat nach eigenen Angaben in der Nacht 20 aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen. Dabei seien Trümmer herabgefallen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf das Militär. Es habe aber weder Verletzte noch Sachschaden gegeben. Das Militär beobachte die regionale Sicherheitslage fortlaufend, hieß es weiter. Verletzungen des jordanischen Luftraums würden nicht toleriert.Die iranischen ​Revolutionsgarde hatte nach eigenen Angaben einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit zwölf ballistischen Raketen angegriffen. Ziele auf dem Stützpunkt Al-Asrak seien US-Flugzeuge, wichtige militärische Einrichtungen sowie das ⁠Kontrollzentrum gewesen, berichten staatliche iranische Medien und die Nachrichtenagentur Tasnim.Drei Verletzte nach US-Angriffen in Provinz TeheranBei den US-Angriffen im Iran in der Nacht sind einem lokalen Medienbericht zufolge drei Menschen in der Provinz Teheran verletzt worden. Diese seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, berichtete das Portal „Mehr“ unter Berufung auf die Notdienstzentrale weiter. NYT: USA könnten Trinkwasserspeicher angegriffen habenSeit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar werden immer wieder Vorwürfe laut, dass die USA auch gezielt zivile Infrastruktur wie Brücken oder Straßen beschießen. In welchen Fällen das Kriegsverbrechen sein könnten, hat mein Kollege Finn Hohenschwert schon vor einiger Zeit aufgeschrieben. Nun deutet eine Analyse der „New York Times" darauf hin, dass die USA eine Trinkwasseranlage in Iran angegriffen haben könnten. Von der Zeitung ausgewertete Satellitenbilder legen nahe, dass während eines Angriffs am Mittwochmorgen ein Wasserspeicher in Südiran getroffen wurde. Das berichteten auch iranische Staatsmedien. Ein lokaler Beamter sagte demnach, die Wasserversorgung für mehr als 20.000 Menschen in einer Stadt und den umliegenden Dörfern sei unterbrochen worden. Die Temperaturen in der Region haben diese Woche über 38 Grad Celsius erreicht.Die Zeitung betont jedoch auch: „Es ist unklar, ob die USA die Anlage absichtlich angegriffen haben oder wussten, um was es sich handelte.“ Meloni fordert neue Iran-Sanktionen der EUDie Europäische Union sollte nach Ansicht der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia ​Meloni zu neuen Sanktionen gegen den Iran bereit sein, falls das Land nicht zu einer Beilegung der Krise im Nahen Osten beiträgt. Wenn Teheran den falschen Weg weiterverfolge, müsse die EU bereit sein, den Druck ⁠durch neue gezielte Maßnahmen zu erhöhen, erklärt Meloni vor dem Parlament. Tote indische Seeleute nach US-Beschuss gefundenNach dem Beschuss eines Tankers im Golf von Oman durch das US-Militär sind nach Angaben Indiens drei zunächst vermisste indische Besatzungsmitglieder tot aufgefunden worden. Ihre Leichen seien entdeckt und identifiziert worden, schrieb der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal auf X. Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch das unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrende Schiff „Settebello“ beschossen. Es soll versucht haben, iranisches Öl zu transportieren. Die Besatzung habe sich den Anweisungen der Streitkräfte widersetzt, hieß es. Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi konnten 21 indische Besatzungsmitglieder gerettet werden. Drei weitere galten zunächst als vermisst. Das Ministerium hatte den Angriff verurteilt. Laut Berichten indischer Medien hatte das Außenministerium aus Protest den stellvertretenden Botschafter der USA in Neu-Delhi einbestellt. Pakistan will weiter vermittelnNach den gegenseitigen Angriffen der USA und Irans in der Nacht zum Donnerstag hat sich Pakistan „zutiefst besorgt“ gezeigt. Man werde seine Vermittlungsbemühungen trotz der „Eskalation“ der Lage fortführen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Diplomatie und Dialog sollten die Prinzipien sein, um eine „Lösung für alle strittigen Fragen“ zu erreichen, fügte er hinzu. Ölpreise steigen nur leichtDie Ölpreise haben am Donnerstag mit einem nur vergleichsweise leichten Anstieg auf die gegenseitigen Angriffe der USA und Irans reagiert. Die Notierung für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im August stieg in der vergangenen Nacht für kurze Zeit deutlich und erreichte ein Hoch bei über 95 US-Dollar. Am Morgen wurde Öl der Sorte Brent bei 93,50 Dollar gehandelt und damit etwa ein halbes Prozent höher als am Vortag. Kuwait öffnet den Luftraum wieder Entwarnung in Kuwait: Nach der Sperrung des Luftraums teilt die zuständige Behörde am Morgen mit, dass die „Umstände, die die zuvor ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich gemacht hatten, nicht mehr bestehen.“ Der reguläre Betrieb werde am Flughafen in Kuwait wieder aufgenommen. Gleichzeitig beobachte man neue Entwicklungen und bewerte sie fortlaufend neu.In der Nacht zum Donnerstag hatte es geheißen, die Schließung des Luftraums sei angesichts der „iranischen Aggressionen gegen den Staat Kuwait“ erfolgt. Die Luftabwehr sei im Einsatz gewesen, meldete die Armee auf X. Der Konflikt im Nahen Osten schaukelt sich weiter hoch: Nach den jüngsten Attacken des US-Militärs meldet Iran seinerseits Angriffe auf Golfstaaten. Teheran erklärt die Straße von Hormus für vollständig gesperrt.Mehr ladenTickarooLive Blog Software