Stand: 11.06.2026 • 13:48 Uhr

Nur rund die Hälfte der Beschäftigten arbeitet hierzulande in Tarifbindung. Eigentlich müsste Deutschland deshalb einen von der EU geforderter Aktionsplan vorlegen - doch der fehlt noch immer.

In Deutschland arbeitet nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen. Damit schneidet die Bundesrepublik im europäischen Vergleich schlecht ab und liegt weit hinter den Spitzenreitern Italien und Belgien, die demnach 100 Prozent vorweisen können. Das zeigt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Auf europäischer Ebene könnte das zum Problem werden, denn die EU-Mindestlohn-Richtlinie verpflichtet Länder mit einer Tarifbindung von unter 80 Prozent dazu, einen Plan bei der EU-Kommission vorzulegen - so auch Deutschland. Die EU sieht Tarifverträge als wichtiges Instrument für faire Arbeitsbedingungen, denn bei einer Tarifbindung werden etwa Löhne und Arbeitszeiten zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ausgehandelt und Mindeststandards zum Arbeitnehmerschutz festgelegt.

Kein Plan für Deutschland