Iran verurteilt US-AngriffeDas iranische Außenministerium hat die „großangelegten“ US-Angriffe der vergangenen Nacht scharf verurteilt. Teheran habe ein Recht auf Selbstverteidigung und Gegenschläge, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Auch sei die Feuerpause dadurch „praktisch bedeutungslos“ bedeutungslos geworden. Die US-Regierung trage die Verantwortung für die „gefährlichen Konsequenzen“ der Aggression, hieß es weiter. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde zielten die jüngsten US-Angriffe hauptsächlich auf den Süden des Landes, es wurden aber auch Orte nahe der Hauptstadt Teheran getroffen. Laut iranischen Medien wurden bei den Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal „Mehr“ berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden.Das US-Militär sprach in der Nacht von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran. Eigentlich gilt zwischen den Kriegsparteien eine Feuerpause. Uli PutzRevolutionsgarde greift US-Stützpunkt in Jordanien anJordanien hat nach eigenen Angaben in der Nacht 20 aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen. Dabei seien Trümmer herabgefallen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf das Militär. Es habe aber weder Verletzte noch Sachschaden gegeben. Das Militär beobachte die regionale Sicherheitslage fortlaufend, hieß es weiter. Verletzungen des jordanischen Luftraums würden nicht toleriert.Die iranischen ​Revolutionsgarde hatte nach eigenen Angaben einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit zwölf ballistischen Raketen angegriffen. Ziele auf dem Stützpunkt Al-Asrak seien US-Flugzeuge, wichtige militärische Einrichtungen sowie das ⁠Kontrollzentrum gewesen, berichten staatliche iranische Medien und die Nachrichtenagentur Tasnim.Drei Verletzte nach US-Angriffen in Provinz TeheranBei den US-Angriffen im Iran in der Nacht sind einem lokalen Medienbericht zufolge drei Menschen in der Provinz Teheran verletzt worden. Diese seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, berichtete das Portal „Mehr“ unter Berufung auf die Notdienstzentrale weiter. NYT: USA könnten Trinkwasserspeicher angegriffen habenSeit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar werden immer wieder Vorwürfe laut, dass die USA auch gezielt zivile Infrastruktur wie Brücken oder Straßen beschießen. In welchen Fällen das Kriegsverbrechen sein könnten, hat mein Kollege Finn Hohenschwert schon vor einiger Zeit aufgeschrieben. Nun deutet eine Analyse der „New York Times" darauf hin, dass die USA eine Trinkwasseranlage in Iran angegriffen haben könnten. Von der Zeitung ausgewertete Satellitenbilder legen nahe, dass während eines Angriffs am Mittwochmorgen ein Wasserspeicher in Südiran getroffen wurde. Das berichteten auch iranische Staatsmedien. Ein lokaler Beamter sagte demnach, die Wasserversorgung für mehr als 20.000 Menschen in einer Stadt und den umliegenden Dörfern sei unterbrochen worden. Die Temperaturen in der Region haben diese Woche über 38 Grad Celsius erreicht.Die Zeitung betont jedoch auch: „Es ist unklar, ob die USA die Anlage absichtlich angegriffen haben oder wussten, um was es sich handelte.“ Meloni fordert neue Iran-Sanktionen der EUDie Europäische Union sollte nach Ansicht der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia ​Meloni zu neuen Sanktionen gegen den Iran bereit sein, falls das Land nicht zu einer Beilegung der Krise im Nahen Osten beiträgt. Wenn Teheran den falschen Weg weiterverfolge, müsse die EU bereit sein, den Druck ⁠durch neue gezielte Maßnahmen zu erhöhen, erklärt Meloni vor dem Parlament. Tote indische Seeleute nach US-Beschuss gefundenNach dem Beschuss eines Tankers im Golf von Oman durch das US-Militär sind nach Angaben Indiens drei zunächst vermisste indische Besatzungsmitglieder tot aufgefunden worden. Ihre Leichen seien entdeckt und identifiziert worden, schrieb der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal auf X. Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch das unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrende Schiff „Settebello“ beschossen. Es soll versucht haben, iranisches Öl zu transportieren. Die Besatzung habe sich den Anweisungen der Streitkräfte widersetzt, hieß es. Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi konnten 21 indische Besatzungsmitglieder gerettet werden. Drei weitere galten zunächst als vermisst. Das Ministerium hatte den Angriff verurteilt. Laut Berichten indischer Medien hatte das Außenministerium aus Protest den stellvertretenden Botschafter der USA in Neu-Delhi einbestellt. Pakistan will weiter vermittelnNach den gegenseitigen Angriffen der USA und Irans in der Nacht zum Donnerstag hat sich Pakistan „zutiefst besorgt“ gezeigt. Man werde seine Vermittlungsbemühungen trotz der „Eskalation“ der Lage fortführen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Diplomatie und Dialog sollten die Prinzipien sein, um eine „Lösung für alle strittigen Fragen“ zu erreichen, fügte er hinzu. Ölpreise steigen nur leichtDie Ölpreise haben am Donnerstag mit einem nur vergleichsweise leichten Anstieg auf die gegenseitigen Angriffe der USA und Irans reagiert. Die Notierung für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im August stieg in der vergangenen Nacht für kurze Zeit deutlich und erreichte ein Hoch bei über 95 US-Dollar. Am Morgen wurde Öl der Sorte Brent bei 93,50 Dollar gehandelt und damit etwa ein halbes Prozent höher als am Vortag. Kuwait öffnet den Luftraum wieder Entwarnung in Kuwait: Nach der Sperrung des Luftraums teilt die zuständige Behörde am Morgen mit, dass die „Umstände, die die zuvor ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich gemacht hatten, nicht mehr bestehen.“ Der reguläre Betrieb werde am Flughafen in Kuwait wieder aufgenommen. Gleichzeitig beobachte man neue Entwicklungen und bewerte sie fortlaufend neu.In der Nacht zum Donnerstag hatte es geheißen, die Schließung des Luftraums sei angesichts der „iranischen Aggressionen gegen den Staat Kuwait“ erfolgt. Die Luftabwehr sei im Einsatz gewesen, meldete die Armee auf X. Der Konflikt im Nahen Osten schaukelt sich weiter hoch: Nach den jüngsten Attacken des US-Militärs meldet Iran seinerseits Angriffe auf Golfstaaten. Teheran erklärt die Straße von Hormus für vollständig gesperrt.Uli PutzKuwait schließt Luftraum wegen iranischer AngriffeWegen ​iranischer Angriffe schließt Kuwait vorübergehend seinen Luftraum. Flüge werden umgeleitet, teilt die kuwaitische Zivilluftfahrtbehörde mit. Die Armee des Landes wehrt nach eigenen Angaben feindliche ⁠Angriffe aus der Luft ab. In Bahrain heulen dem dortigen Innenministerium zufolge erneut Warnsirenen.Uli PutzUS-Militär erklärt neue Angriffe in Iran für beendetDas US-Militär hat seine abermaligen Angriffe auf Ziele in Iran nach eigenen Angaben eingestellt. Das teilte das zuständige Regionalkommando Centcom am frühen Morgen auf X mit. Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land attackiert worden. Sie hätten eine Bedrohung für die US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe dargestellt, hieß es weiter. Auch nach Abschluss der Angriffe bleibe das US-Militär wachsam und kampfbereit.Irans Militär hatte auf die neuen US-Angriffe mit der Bekanntgabe einer kompletten Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait reagiert.Uli PutzDeutschland und andere Staaten fordern von Iran Stopp von Angriffen „auf unserem Boden“Deutschland und 21 weitere Staaten haben Iran aufgefordert, Angriffe auf Menschen „auf unserem Boden“ einzustellen. „Versuche, Menschen auf unserem Boden zu töten, zu entführen, zu belästigen, einzuschüchtern oder anderweitig anzugreifen, untergraben die nationale Souveränität und internationale Normen“, hieß es in einer am Donnerstag vom französischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung. Zu den 22 Unterzeichnern gehören neben Deutschland auch mehrere weitere europäische Länder, die USA und Australien.Die iranischen Geheimdienste sowie die für Auslandseinsätze zuständige Einheit der Revolutionsgarde hätten in anderen Ländern „tödliche Anschlagspläne und bösartige Aktionen“ gegen iranische Dissidenten, Journalisten sowie jüdische und israelische Gemeinschaften und Interessen verfolgt, heißt es in der Erklärung. „Wir sind entschlossen und geeint darin, unsere Länder und unsere Bevölkerung vor diesen Bedrohungen zu schützen." „Die Islamische Republik Iran muss diese Aktivitäten unverzüglich einstellen“, fordern die 22 Länder. Sie warfen der Führung in Teheran zudem vor, internationale und lokale kriminelle Banden für Komplotte in Europa, Nordamerika und Australien zu nutzen. Uli PutzBerichte über Angriffe bei TeheranNahe der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich mitten in der Nacht mehrere Explosionen ereignet. Der staatliche iranische Rundfunk meldete Explosionen in der Pendlermetropole Karadsh, die nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karadsh seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.In den sozialen Medien gab es mehrere Berichte über eine Angriffswelle nahe der Hauptstadt, nachdem das US-Militär zuvor Ziele an der mehr als 1000 Kilometer entfernten Südküste Irans bombardiert hatte. Ein als Vahid bekannter Online-Journalist berichtete auf Telegram über mehrere Explosionen bei Karadsh, die Gebäude und Fenster zittern ließen und Bewohner aus dem Schlaf rissen.„Zwei furchtbare Explosionsgeräusche kamen aus Richtung Karadsh. Sie haben wieder zugeschlagen“, zitierte er einen Bewohner. „Sie haben wohl den Pajam-Flughafen getroffen. Ich bin drei Meter hoch aus dem Schlaf gesprungen“, habe ihm ein anderer Iraner geschrieben.Auch südöstlich von Teheran in Waramin gab es Explosionen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Offiziell äußerten sich die Behörden nicht zur Ursache.Mehr ladenTickarooLive Blog Software