Um zu erkennen, warum dies nicht nur die größte, sondern auch die politischste Fußballweltmeisterschaft aller Zeiten ist, muss man ja nur auf die Gastgeber schauen: Wann gab es das schon mal, dass die untereinander tief zerstritten waren, so wie nun Kanada und Mexiko mit dem dritten, den USA? Oder man schaut auf die Liste der erstmals 48 Teilnehmer – sehr viele von ihnen hat sich der US-Präsident in den vergangenen anderthalb Jahren zum Feind gemacht. Etwa die Schweiz (Zölle). Oder Deutschland (Nato). Oder Saudi-Arabien (Irankrieg). Oder Panama (Annexion des Kanals). Oder Kolumbien (Putsch-Drohung). Oder Kongo (Entwicklungshilfe). Oder. Oder. Oder.
Doch gerade weil Donald Trump alles und jeden politisiert, weil er weder Kunst noch Wissenschaft, weder Museen noch Stadien in Ruhe lässt, soll es hier zuerst um Fußball gehen. Um sein Wesen, seine Seele, seine Verlockungen. Jetzt, da die 23. Fußballweltmeisterschaft endlich beginnt, kann man ja einfach noch mal die Frage stellen, warum es ausgerechnet dieser uralte, in England geborene Rasensport zum populärsten Spiel der Welt gebracht hat. Und nicht etwa Baseball, Football, ja nicht einmal der fast so schöne Basketball. Ganz sicher liegt dieser Erfolg, der sich in den kommenden Wochen so feierlich und hoch bezahlt einem globalen Fernsehpublikum präsentieren wird, auch daran, dass man zum Fußballspielen in seiner schlichtesten Form quasi nichts braucht. Vier Jacken für die Tore und eine leere Coladose als Ball tun es zur Not auch.














