PfadnavigationHomeSportFußballWMEntsetzen beim GastgeberKurz vor dem Eröffnungsspiel werden in Mexiko fünf Polizisten getötetStand: 10:25 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko startet mit dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Mexiko und Südafrika. Rund um das Aztekenstadion ist die Vorfreude groß. WELT-Reporter Steffen Schwarzkopf hat die Stimmung vor dem WM-Auftakt in Mexiko-Stadt eingefangen.Mit der Partie zwischen Mexiko und Südafrika beginnt an diesem Donnerstagabend die WM. Doch Proteste sorgen im Land des Co-Gastgebers für Unruhe. 300 Kilometer vom Ort des Eröffnungsspiels entfernt kommt es zu einem tödlichen Angriff auf mehrere Polizisten.Die Fußball-Welt schaut gespannt auf Mexiko-Stadt. Blockaden und Demos drohen, den heutigen Tag mit dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM um 13.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) zwischen Mexiko und Südafrika schwer zu beeinträchtigen. Die Millionenmetropole werde einen Chaostag erleben, prophezeite etwa die Zeitung „El Financiero“.Nach tagelangen Protesten vor allem durch die radikale Lehrergewerkschaft CNTE herrscht eine angespannte und aufgeladene Stimmung in der Hauptstadt des WM-Mitgastgeberlandes. Ein mehrstündiges Treffen am Abend vor der Partie zwischen der CNTE und Regierungsvertretern soll ohne Einigung ausgegangen sein, die Gewerkschaft wolle die Vorschläge zunächst prüfen.Um das Auftaktspiel der WM und die anderthalb Stunden vorher beginnende Eröffnungsfeier abzusichern, wollen die Behörden laut Berichten zur Fifa-Maßnahme „Letzte Meile“ greifen. Schrittweise sollten Straßen gesperrt und Zugänge auf dem Weg zum Aztekenstadion kontrolliert werden. Die vollständige Sperrung der Zufahrten soll bis acht Stunden vor dem Anpfiff bis rund 1,6 Kilometer vor dem Stadion in Kraft treten. Nur zu Fuß oder mit dem Rad geht es mit Ausnahme autorisierter Autos dann noch für diejenigen weiter, die ins Stadion wollen. Auch das Fan-Festival auf dem Zócalo, dem berühmten großen Platz im Herzen des historischen Kerns von Mexiko-Stadt, steht auf der Kippe. Der Weg dorthin führt bereits an Eisenwänden und einem Zeltcamp protestierender Lehrer vorbei. Von einer ausgelassenen Stimmung kann seit Tagen keine Rede sein.Tödlicher Überfall zeigt, wie sehr das Land unter Drogenkartellen leidetZum Stadtbild gehören stattdessen Hundertschaften von Polizei und Nationalgarde – ob am Stadion oder am Flughafen. Dorthin waren nicht mal 24 Stunden vor dem Anpfiff schwer bewaffnete Polizisten ausgerückt. Auch hier wegen möglicher Proteste von Lehrern, die zwei Tage vor der WM-Eröffnung das Stadion blockiert hatten. „Selbst friedliche Demonstrationen können jederzeit in Gewalt umschlagen“, schreibt die Botschaft von Mitgastgeber Kanada warnend auf ihrer Homepage an WM-Besucher. Lesen Sie auchDer Konflikt der Lehrer mit der Regierung ist allerdings nicht neu. Im Gegenteil. Die Gewerkschaft fordert die Abschaffung einer Rentenreform aus dem Jahr 2007. Regelmäßig macht sie seit vielen Jahren nach dem Lehrertag im Mai mit Protesten auf ihre Forderungen aufmerksam. Die Lehrer fordern dabei höhere Renten. Um das zu finanzieren, fehle dem Land das Geld, heißt es von Regierungsseite immer. Allerdings hatte Präsidentin Claudia Sheinbaum, die seit dem 1. Oktober 2024 im Amt ist, Verbesserungen bei den Rentenbedingungen in Aussicht gestellt.Einen dramatischen Zwischenfall gab es andernorts – er zeigte, wie sehr das Land unter seinen Drogenkartellen leidet. Am Vorabend des Eröffnungsspiels wurden fünf Polizisten von Unbekannten bei einem Angriff im westlichen Bundesstaat Michoacán getötet, wie örtliche Behörden mitteilten. Fünf weitere Beamte wurden verletzt. Der Angriff fand im Bezirk Nahuatzen statt, in dem das mächtige Drogenkartell „Jalisco Neue Generation“ agiert.Auf Bildern, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen, war das mit Einschusslöchern übersäte Fahrzeug der Beamten zu sehen. Die Sicherheitsbehörden teilten mit, dass sie in einer groß angelegten Aktion nach den Tätern fahndeten. Die Hauptstadt des Bundesstaates Michoacán, Morelia, liegt jeweils etwa 300 Kilometer von den WM-Austragungsorten Mexiko-Stadt und Guadalajara entfernt. Nach den Worten der mexikanischen Regierung ist die Sicherheit der Fußball-Fans nicht gefährdet.jb mit dpa und AFP