Es gab Zeiten, da wimmelte es im DFB-Team von Kickern aus dem Osten. Im WM-Aufgebot gibt es mit Maximilian Beier nur noch einen.Früher war alles besser. Nicht wirklich, oder? Manches aber doch. Zumindest für im Osten Deutschlands Sozialisierte: Kinderbetreuung, Schulbildung, sichere Arbeitsplätze, bezahlbare Mieten, soziale Ausgewogenheit … Außerdem: Die Fußballer, die aus dem Gebiet zwischen Ostsee und Erzgebirge, Lausitz und Magdeburger Börde kamen, machten deutlich mehr her. Das hat nicht nur die goldene Generation der 1970er-Jahre mit der WM-Teilnahme, dem Olympiasieg und dem Triumph des 1. FC Magdeburg im Europapokal der Pokalsieger gezeigt, sondern ebenso die Jahrgänge danach. Sogar die, die rund um den Mauerfall an die Tür nach oben klopften und auch die danach. Warum? Weil sie bestens ausgebildet worden sind.Mit als einer der Ersten hat es Franz Beckenbauer erkannt, als er nach dem WM-Titel 1990 und der bevorstehenden Fußball-Einheit sagte, mit den Spielern aus der DDR sei Deutschland auf Jahre unschlagbar. Obwohl er das in bierseliger Stimmung meinte, legte er für Hans-Hubert Vogts, seinen Nachfolger als Bundestrainer, die Latte verdammt hoch. Dabei hat es der „Bundes-Berti“ noch vor „Kaiser Franz“ gewusst, hatte er sich doch zuvor als DFB-Nachwuchstrainer mit der Entwicklung der Talente in der DDR beschäftigt und deren Weg auch anerkannt. Manches Mal sogar zu seinem Leidwesen. 1986 wurden die von Eberhard Vogel betreuten DDR-Junioren U 18-Europameister, das von Vogts betreute BRD-Team aber nur Dritter. Hier zog ein gewisser Matthias Sammer von Dynamo Dresden die Fäden, da ging ein gewisser Oliver Bierhoff von Bayer Uerdingen auf Torejagd. Es war in Fußball-Ost tatsächlich nicht alles schlecht.