Die alte, neue Nummer eins war der Erste auf dem Platz. Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am frühen Montagabend erstmals den Rasen im W. Dennie Spry Soccer Stadium betrat, ging der Rückkehrer voran.Manuel Neuer, Oliver Baumann, Alexander Nübel, Jonas Urbig – beim Start in Winston-Salem, wo die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ihr Teamquartier zumindest für die Gruppenphase der Weltmeisterschaft, die am Donnerstag beginnt, bezogen hat, war die Hierarchie im Torwartquartett erstmals in der Vorbereitung auf das Turnier wiederhergestellt.Erstmals seit seiner Auswechslung im abschließenden Bundesliga-Spiel am 16. Mai für den FC Bayern wegen einer Wadenverletzung absolvierte Neuer wieder ein komplettes Training mit einer Mannschaft. Nicht nur die 3000 Fans auf der Tribüne des Platzes auf dem riesigen Campus der Wake Forest University, gegründet 1834, sahen zu. Weil die Tickets in nur vier Minuten vergriffen waren, gab es einen Livestream, sodass die Einheimischen die prominenten Soccer-Gäste aus Germany dennoch alle sehen konnten.Neuer machte einige torwartspezifische Übungen, eine Einschränkung beim Training war nicht zu sehen. Beim zwischenzeitlichen Trainingsspiel aber standen Nübel und Urbig in den Toren. Neuer übte abseits davon weiter.Dennoch scheint es, nachdem der degradierte Baumann in den Tests gegen Finnland und gegen die USA doch wieder im Tor stand, dass Neuer nun eine Punktlandung hinlegen und an diesem Sonntag (19.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) zum WM-Start gegen Außenseiter Curaçao erstmals seit Juli 2024 wieder für das Nationalteam spielen könnte.Sportlich gab es nicht viel zu beobachten beim öffentlichen Training, zu dem alle WM-Mannschaften vom Weltverband FIFA verpflichtet sind. Aber darum ging es auch nicht. Den Feinschliff für die Turnierpremiere am Wochenende will sich die Auswahl von Julian Nagelsmann ohne Zuschauer erarbeiten. Die bereiteten einen warmherzigen Empfang. Der vierfache Weltmeister hat in North Carolina offenbar einen guten Ruf, die Begeisterung war zu spüren.Auf dem Trainingsplatz der Wake Forest University werden die Deutschen fortan trainieren.dpaEs gab Souvenirs, Bälle, Shirts und, ganz am Ende, auch noch Autogramme. Die DFB-Spieler schrieben fleißig ihre Namen auf die Utensilien. Danach ging es zurück ins Heimquartier für die nächste Zeit. Der deutsche Tross wohnt nur wenige Minuten vom Campus entfernt im Graylyn Estate. Erst am Mittag war er aus Chicago eingetroffen, auf einem kleinen Charterflughafen, der auch nur wenige Minuten Fahrtzeit vom Quartier entfernt liegt. Im Land der weiten Wege sind freie Straßen und kurze Reisezeiten sehr willkommen.Vor der Trainingseinheit wummerte schon die Musik laut über den Platz. Ein bisschen Show, ein bisschen Marktgeschrei, ein bisschen Party für die gute Laune sind hierzulande immer drin. Da hätte der Begeisterung wohl auch keinen Abbruch getan, wenn bei sehr schwülen 28 Grad das befürchtete Gewitter wirklich gekommen wäre. Es zog vorbei, alle kamen trotz dunkler Wolken trocken an die begehrten Autogramme und später nach Hause.Vor der Einheit wurden die persönlichen Videos der Nominierten nochmal gespielt. Ein mitleidiges Raunen gab es, als der Clip von Lennart Karl lief. Der junge Münchner, der sich in Chicago verletzte und die WM verpassen wird, ist in den USA offenbar kein Unbekannter mehr. Wie sowieso zu merken war an den Rufen nach den Namen, dass die, die gekommen waren, sich auskennen. Auch der DFB-Präsident war da: „Winston-Salem war erste Wahl als Basecamp“, sagte Bernd Neuendorf – und bekam Applaus.
DFB-Team in Winston-Salem: Training vor Fußball-WM 2026 bei Wake Forest
Das DFB-Team ist im WM-Quartier angekommen. Zum Start gibt es eine Einheit vor begeisterten Fans in Winston-Salem. Mit dabei: Manuel Neuer. Und mit Lennart Karl leiden die 3000 Zuschauer noch einmal.










