Jedes Land will gern das letzte Spiel einer Weltmeisterschaft bestreiten, doch wie steht es um das erste? Niemand sucht es sich aus. So verlaufen Eröffnungsspiele dann auch oft: abwartend, verkrampft. Die ganze Welt schaut zu, aber meistens geht es fade aus. Oder völlig spannungslos eindeutig.In den vergangenen vierzig Jahren fielen im Eröffnungsspiel durchschnittlich zwei Tore. Zwischen 1966 und 1978, in unserer schweren Kindheit, endete es gar viermal hintereinander 0:0.Schon das allererste Eröffnungsspiel bestritt MexikoDas führt uns nach Mexiko. Denn Mexiko ist eine sehr insistente und zugleich sehr eröffnende Fußballnation. Sehr insistent, weil das Land sich schon achtzehnmal für eine Fußball-WM qualifiziert hat und zuletzt neunmal in Folge. Öfter gelang das nur Mannschaften, die – anders als die mexikanische – bereits mehrfach Weltmeister waren.F.A.Z.Sehr eröffnend ist Mexiko, weil das Land, seit es 1930 bei Schneefall im Juli die erste Weltmeisterschaft in Uruguay einleitete – vor 4444 Zuschauern im kleinen Estadio Pocitos, das große Stadion in Montevideo war noch nicht fertig gebaut –, vier weitere Male in der ersten Begegnung spielte. Damit hält es den Rekord, obwohl die Gewohnheit, entweder das Ausrichterland oder den amtierenden Weltmeister als Erstes antreten zu lassen, Mexiko nur einmal als Gastgeber zugutekam.1970 gab es im heimischen Aztekenstadion vor 107.000 Zuschauern gegen die Sowjetunion ein torloses Unentschieden. Zuvor hatte Mexiko 1950 gegen Brasilien und 1958 in Göteborg gegen Schweden verloren, jeweils deutlich mit 0:4 beziehungsweise 0:3. Zuletzt war es 2010 in Johannesburg auf Südafrika getroffen. Wieder ein Unentschieden, 1:1.Heute wiederholt sich diese Begegnung, und damit zum ersten Mal überhaupt ein Eröffnungsmatch. Wie sind die Aussichten? Mexiko hat in seinen fünf Versuchen bislang nur zweimal ein Tor erzielt. Das ist nicht vorwerfbar. Von allen Eröffnungsspielen sind hierzulande die Mühen Deutschlands gegen Costa Rica zu Beginn des Sommermärchens in Erinnerung, und dann bestenfalls noch die Überraschungssiege von Kamerun gegen Argentinien 1990 und von Senegal gegen die danach in der Vorrunde ausscheidenden Franzosen 2002.Eine solche Sensation kann es trotz der 45 Weltranglistenplätze zwischen Mexiko und Südafrika heute Abend nicht geben. Machen wir uns also auf ein überschaubares Drama gefasst.