PfadnavigationHomeSportFußballWMSüdafrika„Qualitativ hochwertige Spieler sitzen auf der Tribüne herum“Von Robert SchreierStand: 07:34 UhrLesedauer: 2 MinutenSüdafrikas Fußballer wollen Mexiko das Eröffnungsspiel verderbenQuelle: Themba Hadebe/AP/dpaSüdafrika spielt im Eröffnungsspiel gegen Mexiko und träumt vom WM-Märchen. Trainer-Urgestein Middendorp sieht im neuen Modus die Chance auf einen weiten Lauf, kennt aber auch die Probleme sehr genau.In den Geschäften von Johannesburg hängen die gelben Trikots von „Bafana Bafana“. So nennen die Südafrikaner ihre Fußball-Nationalmannschaft, die üblicherweise nicht an die Popularität von Rugby und Cricket herankommt. Doch die WM kann der Sportart im Gastgeberland von 2010 einen neuen Push geben. Gegen Mexiko eröffnet das Team am Donnerstag das ­Turnier. Und eine deutsche Trainer-Legende glaubt an eine Überraschung.Im Gespräch mit „Sport Bild“ sagt Ernst Middendorp: „Wenn du nicht ganz doof bist, kommst du bei der neuen Struktur als Gruppendritter weiter, und dann kann es weit gehen.“ Der Coach weiß, wovon er spricht. Er war bei neun südafrikanischen Vereinen, zuletzt Sportdirektor in Durban, wohnt in Johannesburg und hat auch die südafrikanische Staatsbürgerschaft.„Emotionen sind das Hauptproblem hier“, sagt der 67-Jährige: „Entscheidungen werden oft aus Impulsen heraus getroffen und sind wenig fundiert. Eigentlich muss man sich im Fußball die Frage stellen, was dir Fakten liefern. Da sind wir hintendran, aber wir verbessern uns.“„Die Mannschaft hat ein Gesicht bekommen“Als Beispiel nennt Middendorp den Videobeweis: „Damit beschäftigen wir uns jetzt in Südafrika. Wir laufen der Entwicklung immer fünf, sechs Jahre hinterher.“ Umso bedeutender ist die Qualifikation der Nationalelf für die WM, erstmals seit dem Heim-Turnier 2010 und immerhin vor Nigeria. „Ich bin froh, dass wir die Quali geschafft haben. Das haben wir Nationaltrainer Hugo Broos zu verdanken. Einem Belgier, der ohne Emotionen handelt und sich nicht von den vielen Einflüssen des Landes lenken lässt“, sagt Middendorp. Eigentlich sind viele kleine, wendige Spieler, die viel mit dem Ball dribbeln, typisch für den südafrikanischen Fußball. „Aber der Trainer hat Körperlichkeit und Intelligenz ausgewählt. Die Mannschaft hat ein Gesicht bekommen“, sagt der deutsche Trainer.Er sieht noch ein weiteres Problem: Acht Spieler vom afrikanischen Champions-League-Sieger Mamelodi Sundowns stehen im Kader. Der Verein, der einer Milliardärsfamilie aus dem Gold- und Platin-Bergbau gehört, ist aber zu dominant. „Sie haben die 40 besten Spieler des Landes unter Vertrag. So sitzen qualitativ hochwertige Spieler auf der Tribüne herum“, sagt Middendorp, der dennoch an eine Überraschung glaubt, wenn Südafrika nach Mexiko auch Tschechien und Südkorea trotzt.