VorbemerkungenShakira tritt bei der Eröffnungsfeier auf, Mexiko spielt gegen Südafrika: Da fehlt doch nur die Vuvuzela, und schon wäre das Jahr 2010 zurück wie ein fiebriger Sommertraum. Andere Zeiten waren das. Eine WM hatte die anständige Zahl von 32 Teilnehmern, wer als Schiedsrichter von der Fifa nominiert wurde, durfte auch ins Land des Ausrichters reisen, und Donald Trump war ein regelmäßig scheiternder Immobilienunternehmer mit einer eigenen Reality-TV-Show namens »The Apprentice«.Leider ist immer noch 2026. Wir stehen also vor diesem gigantischen Turnier, das sich über mehr als fünf Wochen und ganz Nordamerika streckt und an dem 48 Mannschaften teilnehmen dürfen. Selten war vor einem Fußballturnier so unklar, wie es wirklich wird. Die Hoffnung aber ist groß, dass es zumindest heute ein Fußballfest geben wird. Schließlich wird im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt gespielt, dem »schönsten Stadion der Welt« (Rudi Völler).Den Mexikanern muss man im Gegensatz zu vielen US-Amerikanern nicht erklären, was ein Fallrückzieher ist. Als ich die WM 2018 für die ZEIT in Russland verfolgte, waren die Mexikaner die lautesten und frenetischsten Fans. Wie schön, dass sie nun schon zum dritten Mal nach 1970 und 1986 ein WM-Eröffnungsspiel in ihrem heiligen Aztekenstadion bekommen.Hier hat Diego Maradona 1986 seine göttliche Hand benutzt und hat Papst Johannes Paul II. 1999 sein Wort an mehr als 100.000 Gläubige gerichtet. Wie passend auf einer Skala von 1 bis Neues Testament wäre es also, wenn Mexikos Raúl Jiménez, der 2020 einen lebensbedrohlichen Schädelbruch erlitt, diese WM mit einem Tor eröffnet? Spontane Heiligsprechungen sind nicht ausgeschlossen.Tatsächlich können sich beide Teams Hoffnung auf die K.-o.-Runde machen. Ihre Gruppe ist eine der ausgeglichensten dieser WM (weitere Teams sind Südkorea und Tschechien). Südafrikas Spieler kommen fast alle aus der heimischen Liga, sie gelten als Kontermannschaft. Noch nie gelang es der Bafana Bafana, die Gruppenphase zu überstehen. Dieses Mal erscheint das nicht unmöglich.Los geht es schon um 19:30 Uhr mit der einstündigen Eröffnungszeremonie, die »Fußball, Musik und Kultur zusammenbringen« soll, sagt die Fifa. Übersetzt heißt das: Shakira wird singen. Die Single heißt »Dai Dai«, das ist zwar italienisch, aber wir haben vor diesem noch etwas diffus erscheinenden Turnier aufgehört, nach dem Warum zu fragen. Wir freuen uns auf die vielen Papiergirlanden.Ihr erstes WM-Diplom bekommen Sie jedenfalls, wenn Sie bis zum Anpfiff um 21 Uhr aus dem Stand alle Teilnehmerländer aufzählen können. Mitbloggen werden Christian Spiller aus dem Aztekenstadion in Mexiko-Stadt und Laura Sophia Jung, Tilman Leicht, Philipp Daum und ich aus unserer Berliner Redaktion.
Mexiko – Südafrika: Aller guten Dinge sind tri
Mexikos Nationalmannschaft, genannt »El Tri«, eröffnet diese gigantische WM gegen Südafrika und hofft auf gute Nachrichten. Zählt ein Shakira-Auftritt dazu? Das Liveblog










