Caya Suárez musste ihren Arbeitsplatz an den Hafen von Arguineguín verlegen. Der Papst hat der Generalsekretärin der kanarischen Caritas die Vorbereitung des Termins anvertraut, der ihm auf seiner Spanien-Reise besonders am Herzen liegt. An diesem Donnerstag fliegt Leo XIV. nach Gran Canaria und Teneriffa, um an die vielen Tausend Bootsmigranten zu erinnern, die nach ihrer lebensgefährlichen Überfahrt aus Westafrika auf den spanischen Atlantikinseln landen. „Wir sind sehr dankbar, dass er kommt, um die kanarische Migrationsrealität kennenzulernen“, sagt die tatkräftige Spanierin über den Papst.Der Papst hat sich für den symbolisch bedeutsamen Ort entschieden, der während der Pandemie als „Mole der Schande“ bekannt wurde: Tausende Bootsmigranten drängten sich damals unter chaotischen Bedingungen in den kleinen Atlantikhafen. Bald standen ihnen kanarische Helfer der Caritas und anderen Organisationen zur Seite. Mit der Unterstützung von Caya Suárez soll Arguineguín zu einer „Mole der Hoffnung“ werden, an der der Papst den hilfsbereiten Spaniern danken wird.„Wir sind acht offene Türen zur Welt und eine Brücke zwischen Afrika, Lateinamerika und Europa“, sagt die regionale Caritas-Chefin über die acht kanarischen Inseln. Sie stammt selbst aus Las Palmas auf Gran Canaria und weiß, dass viele Einwohner früher selbst Armutsmigranten waren, die ein besseres Leben suchten. In Las Palmas studierte Suárez in den Neunzigerjahren Sozialarbeit; seit 1997 ist sie für die Caritas in der Gemeinwesen- und Jugendarbeit tätig. 2015 wurde sie zur Generalsekretärin ernannt.Fast tausend Migranten erwarten den PapstFast tausend Migranten werden an diesem Donnerstag in den Hafen kommen. Die Organisatoren um Caya Suárez haben zwei von ihnen ausgewählt, die von ihrem Weg auf die Kanaren erzählen sollen. Auch Retter und Sozialarbeiter werden dem Papst berichten, der Blumen niederlegen wird – in Erinnerung an die vielen Ertrunken auf der „der tödlichsten Route der Welt“, wie Suárez sie nennt. Sie organisiert eine schlichte Veranstaltung voller symbolischer Gesten: Die Bühne vor dem Atlantik soll an eine Welle erinnern, der Papst wird ein Kreuz aus dem Holz eines Migrantenbootes segnen.Leo knüpft auf den Kanaren an seinen Vorgänger Franziskus an, der die Inseln auch besuchen wollte. Mithilfe von Caya Suárez soll Gran Canaria zu Leos Lampedusa werden und Kontinuität demonstrieren. Franziskus hatte gleich zu Beginn seines Pontifikats die von Migranten überfüllte italienische Insel Lampedusa besucht.Die 50 Jahre alte Caritas-Chefin und die katholische Kirche wollen den zwei Tage dauernden Aufenthalt des Kirchenoberhaupts auch nutzen, um ihm mehr von der harten sozialen Wirklichkeit auf den Urlaubsinseln zu vermitteln. „Es herrscht eine strukturelle Armutssituation, in der ein Viertel der Bevölkerung sozial ausgegrenzt ist“, sagt sie. Trotz des Touristenbooms gehören die Kanaren zu den ärmsten Regionen Spaniens.