Als der Film „Kommunist“ am 8. Mai seine Uraufführung in Schwerin erlebte und danach der Moderator das Mikrofon für Fragen öffnete, meldete sich sofort Burkhard Bley, Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern für die Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur. Seine Meinung zum Film erweiterte er zwei Tage später in einer Presseerklärung: „Der Film ist misslungen. Er ist kein differenzierter Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, sondern er vermittelt bewusst ein geschöntes Bild von der DDR, unterschlägt historische Fakten und bedient sich manipulativ der Bildsprache der DDR-Propaganda.“

Das ist das eine. Das andere: Eine Woche später starb Angelica Domröse. Ich habe sie geliebt: ihre Polly, Helena, Fleur La Fontaine, Paula. Die Nachricht von ihrem Tod war der Auslöser für das, was jetzt folgt.

Wie soll man leben? Das war die Glücksfrage, die Paula-Frage. In dem Land DDR. Im Frühjahr 1973 kam der Film „Die Legende von Paul und Paula“ in die Kinos. Angelica Domröse war Paula, eine Verkäuferin und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Sie will, was sie will. Und sie will Paul, einen Angestellten des Außenministeriums. Die beiden passen eigentlich nicht zusammen, aber sie finden zueinander. Was für ein tolles Märchen der Liebe, kühn und trotzig gegenüber der Realität. Paula applaudiert einfach zwischen zwei Sätzen einer Beethoven-Sinfonie. Ich war damals elf.