Seit Donald Trump vor rund anderthalb Jahren ins Weiße Haus eingezogen ist, bröckelt das Vertrauen der Europäer in die USA. Die Gewissheit der Nachkriegszeit, Amerika sei ein verlässlicher Partner, verschwand. Trump drohte damit, Grönland zu annektieren. Er kündigte an, US-Soldaten aus Europa abzuziehen. Er setzte Zölle ein, um Verbündete zu erpressen. Er drohte immer wieder damit, die Nato zu verlassen.
Welche Schlüsse ziehen die Europäer daraus? Der Thinktank European Council on Foreign Relations hat dazu im Mai 2026 insgesamt 19.400 Menschen in 15 Ländern befragt. Ihre Antworten lassen erkennen, wie rapide sich der Ruf der USA verändert. Wie die Europäer sich schützen wollen, wenn die USA sich zurückziehen. Und worüber sie streiten.
Die transatlantische Partnerschaft war ein Projekt, an dem beide Seiten über viele Jahrzehnte bauten: Seit 1949, als die Nato gegründet wurde, stellten die USA Europas militärischen Schutzschirm. Der US-Marshallplan finanzierte den Wiederaufbau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Kalten Krieg schweißte die Bedrohung durch die Sowjetunion beide Kontinente noch weiter zusammen. Wenn es ernst wird, das war die Annahme, stehen die USA an Europas Seite.










