Deutschland wäre nach Einschätzung des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo ein starker Partner ​für das Kampfjet-Projekt GCAP. Nach dem Scheitern des deutsch-französisch-spanischen Konkurrenzprojekts FCAS ‌wäre die Bundesrepublik „ein besonders wertvoller Partner“, sagte Leonardo-Chef Lorenzo Mariani (61) der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag am Rande einer Konferenz in Rom.

„Aus industrieller Sicht würde Deutschland sicherlich Fachwissen in das Projekt einbringen.“ Mariani ​betonte zugleich, dass die Entscheidung über die Aufnahme neuer Partner jedoch ⁠nicht ⁠bei ihm liege.Das Rüstungsprojekt GCAP (Global Combat Air Programme) zielt darauf ab, bis 2035 einen Kampfjet der neuen Generation ‌zu entwickeln. An dem Vorhaben sind ​BAE Systems ‌aus Großbritannien, Leonardo aus Italien und ein von Mitsubishi Heavy Industries unterstütztes japanisches Konsortium beteiligt.

Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hatte im vergangenen Jahr erklärt, weitere Partner ‌seien willkommen, um die Entwicklungskosten zu teilen. Angesichts wachsender Bedrohungen durch Russland und des Drucks der USA, die ‌Militärausgaben innerhalb der ​Nato zu erhöhen, ‌bemüht sich Europa um eine Stärkung seiner ‌Verteidigungsfähigkeit. ​Das Aus für FCAS verdeutlichte zuletzt die Schwierigkeiten der europäischen Staaten, ihre militärischen Kapazitäten ​nach Jahrzehnten zu geringer ⁠Investitionen wieder aufzubauen.