Brasiliens Reserven an erneuerbarem Süßwasser schwinden zunehmend und bedroht die Existenz einer der wichtigsten Kornkammern der Welt. Das geht aus einer Studie hervor, die Forscher der Federal University of Rio de Janeiro, des Geological Survey of Brazil und des Hydrological Sciences Laboratory der US-Weltraumagentur NASA auf Grundlage von NASA-Satellitendaten und In-situ-Daten erstellt haben. Demnach verzeichnen Regionen im Osten Brasiliens innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte einen starken Rückgang der Neubildung von Grundwasser, teilweise bleibt die Neubildung sogar komplett aus.

Die brasilianischen Wissenschaftler zeichnen in ihrer Studie „Two decades of human- and climate-induced groundwater storage shifts in Brazil“, die in Science Advances erschienen ist, ein düsteres Bild zur Bildung neuen Grundwassers in Brasilien. Die Forscher haben dazu geologische Daten vor Ort und Multi-Satellitendaten des 2002 begonnenen Gravity Recovery and Climate Experiments (GRACE) der NASA von 2002 bis 2023 herangezogen. Die Satelliten ermitteln dabei Veränderungen der gravitativen Kräfte, um Grundwasserbestände in großen Tiefen im Boden zu finden. Die Daten überführten die Forscher in ein Modellierungs-Framework auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI).