PfadnavigationHomeSportFußballWMOmar ArtanSchwere Vorwürfe – Warum der WM-Schiedsrichter nicht in die USA darfStand: 10:18 UhrLesedauer: 3 MinutenZurück in Mogadischu: Omar Artan Mittwochfrüh am FlughafenQuelle: Feisal Omar/REUTERSAfrikas Schiedsrichter des Jahres darf nicht bei der WM pfeifen, weil die USA ihn nicht ins Land lassen. Nun gibt es Details zu dem Fall und ein Statement des Betroffenen. Die klingen ganz anders als zuvor in der Fifa-Mitteilung.Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation sollen der Grund für die verweigerte Einreise des für die Fußball-WM vorgesehenen somalischen Schiedsrichters Omar Artan gewesen sein. Die Überprüfung am Flughafen in Miami habe bei Artan „Verbindungen zu mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen“ ergeben, teilte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN mit. Weitere Einzelheiten habe er nicht genannt.Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen. Die Grenzschutzbehörde CBP hatte im Fall Artan „Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung“ angeführt, ohne nähere Angaben zu machen.Artan war 2025 als Afrikas bester männlicher Schiedsrichter ausgezeichnet worden. Der afrikanische Fußballverband hatte ihn als einen von sieben afrikanischen Unparteiischen für die diesjährige Weltmeisterschaft ausgewählt. Er wäre der erste Somalier gewesen, der bei einer WM als Schiedsrichter im Einsatz ist. „Ich hatte die richtigen Papiere“Nach seiner verweigerten Einreise in die USA hatte sich Artan „sehr, sehr enttäuscht“ gezeigt. Er sei „einfach nur ein Schiedsrichter“, der versuche, sich mit der WM-Teilnahme den größten Traum seines Lebens zu erfüllen, sagte er der „New York Times“. Formelle Fehler seien ihm nicht unterlaufen: „Ich hatte die richtigen Papiere und alles andere. Ich hatte das richtige Visum.“ Die Aussagen stehen in deutlichem Kontrast zu den Zitaten, welche die Fifa verbreitet hatte, und lassen den Schluss zu, dass es dem Weltverband vor allem um Vermeidung von Ärger ging. In der Fifa-Mitteilung klangen Artans Sätze, als könne der Somalier mit der Sache ganz gut leben. Er sei „in positiver Stimmung“, hieß es, und dass er sich freue, so viele Nachrichten aus der Fußball-Familie erhalten zu haben. Lesen Sie auchDer Schiedsrichter wollte den Angaben zufolge am Samstag in Miami in die USA einreisen. Seine Reise habe in Nairobi begonnen, wo er auf die erforderlichen Reisedokumente gewartet habe. Anschließend sei er über Istanbul nach Miami geflogen, um an einem Vorbereitungstreffen der Schiedsrichter teilzunehmen.US-Grenzbeamte hätten ihn zu seiner Reise sowie zur politischen Lage in Somalia befragt, vor allem zur islamistischen Terrormiliz Al-Schabab, die in Teilen des Landes aktiv ist und seit Jahren gegen die somalische Regierung kämpft.Kritik aus SomaliaDas somalische Ministerium für Jugend und Sport kritisierte die Entscheidung der US-Behörden. Omar Artan sei die Einreise in die USA „ohne einen triftigen Grund“ verweigert worden, hieß es in einer Stellungnahme. Die somalische Regierung habe sofort Kontakt zu den US-Behörden und zur Fifa aufgenommen, bislang aber keine Lösung gefunden.Der Verband teilte weiter mit: „Die Fifa ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge.“ Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden.Die WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die Spiele vorbereitet. Ein Einsatz von Artan ist auch auch in den weiteren Gastgeberländern Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen.SUF mit dpa