PfadnavigationHomeSportFußballWMEinreise abgelehntDas merkwürdige Statement des geächteten WM-SchiedsrichtersStand: 12:38 UhrLesedauer: 4 MinutenSchiedsrichter Omar Artan darf nicht in die USA einreisenQuelle: AP Photo/Mosa'ab ElshamyOmar Artan steht kurz vor der Erfüllung seines Lebenstraums. Doch dieser zerschellt an der US-Grenze, der WM-Schiedsrichter darf nicht einreisen. Die Fifa wäscht ihre Hände in Unschuld und verbreitet Zitate des Unparteiischen.Die USA haben dem für die Fußball-WM vorgesehenen Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert. Der Referee werde deshalb nicht bei der Weltmeisterschaft trainieren und im Einsatz sein können, teilte der Weltverband Fifa auf Anfrage mit und bestätigte damit Berichte aus der Nacht. Man sei von den Behörden informiert worden, dass sich der Status von Artan derzeit nicht ändern werde. Die Grenzschutzbehörde CBP hatte entschieden, dass ein Reisender aus Somalia, „ein Schiedsrichter für die Fifa-Weltmeisterschaft, aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung nicht einreiseberechtigt war“. Ihm sei „die Einreise verweigert worden“, hieß es in einer Stellungnahme der Behörde. Artan wurde darin nicht namentlich genannt, ist aber der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia. Der 34-Jährige ist seit 2018 Fifa-Schiedsrichter und wurde 2025 von der Afrikanischen Fußball-Konföderation (CAF) zum Unparteiischen des Jahres gewählt.Artan wollte den Angaben zufolge von Istanbul kommend am Samstag in Miami in die USA einreisen. Dabei sei eine weitergehende Überprüfung für notwendig erachtet worden. Jede Einreiseerlaubnis sei eine Einzelfallentscheidung und Beamte der CBP seien befugt, Reisende zu befragen, zu durchsuchen und Entscheidungen im Einklang mit den Gesetzen der USA zu treffen.Lesen Sie auchIn einem am Montag veröffentlichten Beitrag von Al Jazeera hatte Artan noch über seine Vorfreude auf die WM gesprochen. „Es ist für mich eine große Ehre, als erster Somali dabei zu sein“, sagte er. „Ich hoffe, ich werde dort fantastisch sein.“Arta sei trotzdem „in positiver Stimmung“Wird er nicht. In einer von der Fifa veröffentlichten, eher merkwürdig fröhlichen Stellungnahme, ging Artan auf die genauen Umstände seiner Abweisung nicht ein. Vielmehr lesen sich die Zitate, als hätte der Mann nur ein paar Unannehmlichkeiten bei der Passkontrolle erlebt, nicht aber die Zerstörung eines Lebenstraums. Lesen Sie auchEr sei trotzdem „in einer positiven Stimmung“, wird Artan in dem Statement zitiert. Und weiter: „Ich möchte mich bei der Fußball-Familie für ihre Nachrichten bedanken und wünsche meinen Kollegen den größtmöglichen Erfolg während der WM und freue mich, in zukünftigen Wettbewerben wieder bei ihnen zu sein.“Der Weltverband selbst ließ wissen, dass er keine Handhabe hätte: „Die Fifa ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge.“ Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden. Die WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die Spiele vorbereitet. So ist ein Einsatz von Artan auch in den weiteren Gastgeberländern Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen. Ob er das wirklich so gelassen hinnimmt, wie die Fifa es verbreitet, sei mal dahingestellt.Zuvor war bereits bekannt geworden, dass der irakische Stürmer Aymen Hussein mehrere Stunden lang von der Grenzschutzbehörde befragt wurde, als er am Freitag in Chicago in die USA einreisen wollte. „Nach der Kontrolle wurde einem Reisenden die Einreise in die Vereinigten Staaten gestattet“, hieß es von der CBP nach Angaben von „The Athletic“: „Der zweite Reisende, ein Fotograf und kein Spieler der Mannschaft, wurde aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung als nicht einreiseberechtigt eingestuft und ihm wurde die Einreise verweigert.“„Die Fälle sind zahllos und nicht zu akzeptieren“Die beiden Personalien sind keine Einzelfälle. Beim Iran haben nach eigenen Angaben 15 Funktionäre kein Visum erhalten, das Team selbst darf laut des iranischen Botschafters in Mexiko nur an Spieltagen in die USA einreisen und muss danach ins Quartier nach Mexiko zurückkehren. In den WM-Regularien ist eigentlich festgelegt, dass eine Mannschaft fünf Tage vor ihrem ersten Gruppenspiel im entsprechenden Gastgeberland ankommen muss. Iranische Fußballfans erhalten zudem nach Angaben des nationalen Verbands kurzfristig nicht das erwartete Ticket-Kontingent für die WM-Spiele ihres Teams in den USA. Die Verkäufe von Eintrittskarten für die Gruppenspiele gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten seien für den iranischen Verband FFI unmöglich geworden, teilte die Organisation mit. Der FFI wirft den USA vor, die Anwesenheit iranischer Fans auf diesem Wege verhindern zu wollen.Zudem ist Menschen aus Haiti die Einreise in die USA derzeit untersagt. Fans aus Senegal und der Elfenbeinküste sind von Einschränkungen betroffen. Zudem haben nach Angaben des Internationalen Sportjournalisten-Verbands AIPS nicht nur Reporter aus dem Iran, sondern auch Reporter aus afrikanischen Ländern keine oder nur eingeschränkte Visa erhalten. „Die Fälle sind zahllos und nicht zu akzeptieren“, schrieb AIPS-Chef Gianni Merlo an die Fifa und forderte den Weltverband zur Intervention bei den US-Behörden auf.SUF