Wer mit der Tram 68 bis zur Endstation fährt, landet dort, wo Berlin aufhört, Berlin zu sein: Schmöckwitz, Wasser auf allen Seiten, Wald dahinter. Und mittendrin, am Ufer der Dahme nahe der Schmöckwitzer Brücke, stehen acht helle Stadtvillen – leer, unfertig, seit Jahren.„Pier Berlin“ heißt das Projekt, und der Name war Programm: 58 Eigentumswohnungen, 67 Tiefgaragenstellplätze und rund 40 Bootsliegeplätze für Wasserfahrzeuge bis 17 Meter Länge sollten hier entstehen. Fertigstellung: das Jahr 2022. Kaufpreis: ab 380.000 Euro. Ein älteres Exposé nennt für eine 98-Quadratmeter-Wohnung 670.000 Euro – der Tiefgaragenplatz für 76.000 Euro extra, der Außenstellplatz für 37.500 Euro. Echtholzparkett, Seeblick, Jacht vor der Tür: Hier wurde nicht für Normalverdiener gebaut.Gebaut wird allerdings gar nicht mehr. Rohbauten, Bauzaunreste, überwucherte Flächen – das ist der Stand im Juni 2026, vier Jahre nach dem versprochenen Einzugstermin.

Selbst das Bezirksamt tappt im Dunkeln

Das Erstaunlichste an dieser Bauruine ist nicht ihr Zustand, sondern das Schweigen drumherum. Eine öffentliche Erklärung des Bauherrn gibt es nicht. Vor Ort findet sich kein Bauschild, keine Projektwerbung – nichts. Und das Bezirksamt Treptow-Köpenick? Hat nach eigener Aussage keine Kenntnis darüber, warum das Grundstück nicht weiterentwickelt wird.Eine Anfrage der Linke-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung förderte immerhin die Chronologie zutage: Im März 2014 wurde die Baugenehmigung für acht Stadtvillen erteilt. 2016 folgte eine neue Genehmigung für drei der Häuser. Und 2019 meldete sich ein Sachverständiger beim Bezirksamt – im Rahmen von zwei Zwangsversteigerungsverfahren. Ein Detail, das aufhorchen lässt. Was aus diesen Verfahren wurde, ist öffentlich nicht dokumentiert.