Nun ist Melanie Amann – ehemalige Spiegel-Vize – also selbst öffentliche Befragerin und Leute-Grillerin. Oder doch eher Verhör-Meisterin? Ein zartes Seelchen jedenfalls sollte man nicht sein, wenn man ihrer Gesprächseinladung folgt, denn die frischgebackene Podcasterin, Funke-Frau und AfD-Aufklärerin ist dafür bekannt dafür (oder berüchtigt?), dass sie ziemlich ungemütlich werden kann, wenn man ihre politischen Auffassungen nicht teilt. Und selbst ohne etwas zu sagen, kann sie äußerst eisig wirken, sodass man sich selbst als Zuschauer wünscht, da würde jemand sitzen, der seine Zuchtmeistereien irgendwie freundlich anbringt – und wenn das nicht geht, dann wenigstens freundlich-perfide, so wie der famose Christoph Waltz aka SS-Standartenführer Hans Landa in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“.

Stopp ,stopp, damit sei nicht insinuiert, dass wir Frau Amann in die Nazi-Ecke stellen wollen. Wir machen hier keine voreiligen und denkfaulen Vergleiche auf. Die haben schon zu viel kaputt gemacht in den letzten Jahren. Auch wenn die meisten, die sie stets leichtfertig ausgesprochen haben und ihre Gesprächspartner damit persönlich herabwürdigten, das so nie sehen würden. Auch nicht, dass dieser Move der AfD womöglich mehr diente als ihnen lieb sein dürfte. Nein, sie haben alles richtig gemacht.