PfadnavigationHomePanoramaLeuteStellv. Chefredakteurin„War für mich eine Ehre“ – Melanie Amann verlässt den „Spiegel“Veröffentlicht am 03.09.2025Lesedauer: 2 MinutenMelanie Amann bei „Markus Lanz“Quelle: picture alliance/teutopress/-Damit dürfte ein erbitterter Machtkampf zu Ende gehen: Journalistin Melanie Amann verlässt den „Spiegel“ und gibt zum Ende des Jahres ihren Posten als stellvertretende Chefredakteurin ab. Sie schaue mit Dankbarkeit auf die Jahre zurück, sagt sie.Die stellvertretende Chefredakteurin des „Spiegels“, Melanie Amann, verlässt zum Ende dieses Jahres das Hamburger Nachrichtenmagazin. In einer Pressemitteilung heißt es, dass Amann (47) bis zum Ausscheiden Autorin der Chefredaktion bleibe. Danach werde sie sich neuen Aufgaben widmen. Zuerst hatte „Business Insider“ (gehört wie WELT zu Axel Springer) über die Personalie berichtet.„Ich danke Melanie Amann für die Arbeit, die sie für den ‚Spiegel‘ geleistet hat, vor allem für ihre unerschrockene Berichterstattung über die AfD und ihre glänzende Vertretung in Talkshows und Podcasts. Für ihren weiteren Weg wünsche ich ihr das Allerbeste“, lässt „Spiegel“-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit sich zitieren. Amann sagte laut Mitteilung, dass es „zwölf erfüllende und erfolgreiche Jahre“ in der Redaktion gewesen seien, auf die sie mit Dankbarkeit zurückblicke. „Es war für mich eine Ehre und Freude, für das Haus von Rudolf Augstein als Redakteurin, Hauptstadtbüroleiterin und stellvertretende Chefredakteurin tätig gewesen zu sein.“Lesen Sie auchDamit endet ein erbitterter Machtkampf um die „Spiegel“-Spitze: Kurbjuweit war im Mai 2023 in die Chefredaktion aufgestiegen, als Steffen Klusmann den Posten räumen musste. Er traf in der Folge eine Entscheidung, die nach Recherche von „Business Insider“ als wesentliche Ursache für den Konflikt gilt: Er entzog Amann die Verantwortung in der Chefredaktion für die Politik-Berichterstattung und zog sie von der Leitung des Berliner Büros ab. Das Verhältnis von beiden galt von da an als zerrüttet.Der „Spiegel“-Chefredaktion gehören künftig neben Dirk Kurbjuweit weiterhin seine beiden Stellvertreter Cordula Meyer und Thorsten Dörting an. Wohin es die Journalistin zieht, ist noch nicht bekannt. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (F.A.Z.) meldet jedoch, dass Amann nach eigenen Angaben bereits ab Oktober als „John F. Kennedy Memorial Policy Fellow“ an der Harvard-Universität (USA) tätig sein wird. Für das Stipendium der renommierten US-Hochschule können sich promovierte deutsche Wissenschaftler bewerben. Die studierte Juristin promovierte nach Verlagsangaben an der LMU München. Amann, Jahrgang 1978, studierte Rechtswissenschaft in Trier, Aix-en-Provence und Berlin und wurde an der LMU München promoviert. Von 2003 bis 2004 war sie auf der Deutschen Journalistenschule in München. Nach Stationen als Redakteurin bei der „Financial Times Deutschland“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ wechselte sie 2013 zum „Spiegel“ nach Berlin. Auf Basis ihrer Recherchen und Enthüllungen über die AfD veröffentlichte sie 2017 das Buch „Angst für Deutschland – Die Wahrheit über die AfD“.jm/krott