PfadnavigationHomePanoramaMesserattacke in Belfast„Er versucht, ihm den Kopf abzuschneiden“ – Rechtsextreme Gruppen rufen zu Protesten aufStand: 20:07 UhrLesedauer: 3 MinutenEin verstörendes Video, das einen Messerangriff in Belfast dokumentiert, sorgt weit über Großbritannien hinaus für Entsetzen. Die Aufnahmen zeigen einen Mann, der auf eine am Boden liegende Person losgeht – bewaffnet mit einem Messer.Im Netz kursiert ein Video aus Nordirland: Es zeigt einen Messerangreifer, der auf einen am Boden liegenden Mann losgeht. Zeugen sprechen von einem Enthauptungsversuch. Rechtsextreme Gruppen rufen nun zu Demonstrationen auf, die Regierung warnt.Nach der Veröffentlichung von Videoaufnahmen eines brutalen Messerangriffs im nordirischen Belfast haben rechtsextreme Gruppen zu Protesten aufgerufen. Das verstörende Video sorgt derzeit weit über Großbritannien hinaus für Entsetzen. Die Aufnahmen zeigen einen Mann, der auf einer Straße im Norden der nordirischen Hauptstadt auf eine am Boden liegende Person losgeht – bewaffnet mit einem Messer.„He’s trying to cut his head off“, schreit eine Person in dem Video. Zu Deutsch: „Er versucht, ihm den Kopf abzuschneiden.“ Der Kopf des Opfers ist bereits blutüberströmt. Kurz darauf stürmen mehrere Männer auf den Angreifer zu, schlagen und ringen ihn zu Boden, bis die Polizei eintrifft.Lesen Sie auchDie britische Zeitung „Daily Mail“ spricht unter Berufung auf die Aufnahmen von einem Enthauptungsversuch. Offiziell bestätigte die Polizei aber lediglich einen schweren Messerangriff. Demnach wurde am Montagabend kurz nach 22.30 Uhr ein Mann, laut Polizei „in seinen Vierzigern“, schwer verletzt. Das Opfer erlitt demnach erhebliche Verletzungen an Gesicht, Hals und Rücken und befindet sich im Krankenhaus. Sein Zustand wird von der Polizei als ernst beschrieben. Der Täter wurde wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen und befindet sich in Polizeigewahrsam. In einer ersten Pressemitteilung beschrieb die Polizei den Täter als einen „Mann in den Dreißigern“, der „vermutlich“ aus Somalia stamme. Später korrigierte die Polizei ihre Angaben: „Im Laufe unserer Ermittlungen können wir bestätigen, dass der festgenommene Mann aus dem Sudan stammt und nicht, wie zunächst angenommen, aus Somalia“, hieß es in einer späteren Pressemitteilung.Der nordirische Vize-Polizeichef Ryan Henderson bezeichnete die Tat laut einer Mitteilung der Polizei als „brutalen Angriff“, der „Schockwellen durch die Gemeinschaft“ geschickt habe. Die Ermittlungen würden mit Hochdruck geführt. Polizei kündigt mehr Präsenz anHinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht, erklärte Henderson. Darüber hinaus kündigte er an, die Polizei werde ihre Präsenz auf den Straßen „heute Abend und in den kommenden Tagen“ verstärken. Dabei bezog sich Henderson auch auf Protestaufrufe von Rechtsextremisten. Diese hatten das Video von der Messerattacke vielfach geteilt und die Bürger zur Teilnahme an Demonstrationen „gegen die Masseneinwanderung“ angehalten, die demnach in mehreren Städten geplant waren. Die Beamten würden „friedliche Proteste unterstützen“, sagte Henderson zu den Aufrufen – gleichzeitig warnte er aber vor Ausschreitungen „wie im vergangenen Jahr“.Im Juni 2025 war es in ganz Nordirland mehr als eine Woche lang zu Unruhen gekommen, nachdem zwei rumänische Teenager wegen der Vergewaltigung einer Schülerin angeklagt worden waren. Die Anklage war damals fallen gelassen worden.Lesen Sie auchEine in der Nähe wohnende, 31 Jahre alte Hausfrau sagte einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP, der Messerangriff in Belfast habe die Nachbarschaft in Angst und Schrecken versetzt. „Wir leben jetzt nur noch in Angst!“Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete den Angriff laut BBC als „erschütternd“: „Ich habe absolut keine Toleranz für derart abscheuliche Gewaltszenen auf unseren Straßen“, sagte Starmer.Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill sprach laut BBC von einem „grausamen“ Angriff. Gavin Robinson, Vorsitzender der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP), sagte im Gespräch mit BBC Radio Ulster, die Bilder seien etwas, „das man nicht mehr vergessen kann“. Der Angriff sei „mittelalterlich“ und habe die „systematische Verstümmelung eines Menschen auf den Straßen von Belfast“ gezeigt.Die Polizei fordert die Öffentlichkeit auf, die Aufnahmen nicht weiterzuverbreiten, um das Opfer und seine Angehörigen zu schützen und die Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen.kami/nw