PfadnavigationHomePolitikDeutschlandRentendebatteCDU-Wirtschaftsrat lehnt verpflichtende Betriebsrente ab – Zustimmung von Grünen und LinkeStand: 14:29 UhrLesedauer: 2 MinutenDer Deutsche Gewerkschaftsbund fordert eine verpflichtende Betriebsrente. DGB-Chefin Yasmin Fahimi schlägt vor, dass Arbeitgeber die zusätzliche Altersvorsorge mitfinanzieren, um mehr Beschäftigte abzusichern.Der DGB fordert eine verpflichtende Betriebsrente mit Arbeitgeberbeteiligung. Während die CDU den Vorstoß scharf ablehnt, unterstützen Linke, Grüne und SPD die Idee einer Reform.Der CDU-Wirtschaftsrat hat die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nach einer verpflichtenden Betriebsrente unter finanzieller Beteiligung der Arbeitgeber zurückgewiesen. „Dies würde nicht nur die Wahlfreiheit von Beschäftigten bei der Altersvorsorge einschränken, sondern den Faktor Arbeit noch teurer machen“, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger der „Rheinischen Post“. „Die jüngsten Vorstöße des DGB zeugen einmal mehr davon, dass man dort immer noch nicht verstanden hat, dass Wohlstand, der verteilt werden soll, zunächst erwirtschaftet werden muss.“DGB-Chefin Yasmin Fahimi hatte zuvor in der Debatte um eine Rentenreform eine verpflichtende Betriebsrente zusätzlich zur gesetzlichen Rente gefordert. Wie diese im Detail finanziert werden soll, ließ sie allerdings offen. Klar sei jedoch, dass die betriebliche Altersvorsorge „nicht einseitig zulasten der Arbeitnehmer gehen“ dürfe.Lesen Sie auchZustimmung zum DGB-Vorstoß kommt dagegen von Linken und Grünen. Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner begrüßte die Idee einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge ausdrücklich. Mit Blick auf das für Mittwoch geplante Treffen von Bundesregierung und Sozialpartnern im Kanzleramt verschärfte Schwerdtner den Ton. „Die Linke stärkt dem DGB den Rücken, den Arbeitgebern und deren Kumpels in der Regierung die Stirn zu bieten“, sagte sie dem Nachrichtenportal t-online.Auch die Grünen-Fraktion unterstützt den Vorstoß grundsätzlich. „Wir Grünen treten seit Längerem für ein obligatorisches Angebot einer betrieblichen Altersvorsorge durch die Arbeitgeber ein“, sagte der arbeitspolitische Sprecher der Fraktion, Armin Grau, t-online. Gleichzeitig betonte er, dass Beschäftigte selbst entscheiden sollten, ob sie ein solches Angebot annehmen wollen. „Den Arbeitnehmern soll es aber freistehen, ob sie das Angebot annehmen.“Als besonders geeignet bezeichnete Grau tarifvertragliche Lösungen. Zudem sprach er sich dafür aus, das geplante öffentlich-rechtliche Standardprodukt der privaten Altersvorsorge auch für Betriebsrenten zu öffnen. „Dann gibt es ein kostengünstiges, unbürokratisches und renditestarkes Angebot, gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen“, sagte der Grünen-Politiker.Lesen Sie auchUnterstützung erhält die DGB-Forderung auch von SPD-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. In der ARD-Sendung „Arena“ sagte er: „Auch das würde helfen.“ Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) lässt derzeit von einer eigens eingesetzten Kommission Vorschläge für eine zukunftsfeste Reform des Rentensystems erarbeiten. Bereits fest steht, dass neben der gesetzlichen Rente künftig die betriebliche und die private Altersvorsorge eine größere Rolle spielen sollen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dies mehrfach betont.dpa/kami