Vor fünf Jahren waren es Methamphetamin und LSD, weshalb viele Patienten bei Verena Riedner landeten. Typische Partydrogen, die aufputschen, aber nicht so schnell süchtig machen. Heute sind es häufig starke Schmerz- und Beruhigungsmittel, die ihre Patientinnen und Patienten nehmen. Oxycodon zum Beispiel, ein Opioid, das unter anderem in der Krebsbehandlung eingesetzt wird und sehr schnell abhängig machen kann.Riedner ist stellvertretende leitende Oberärztin am kbo-Heckscher-Klinikum für Kinder und Jugendpsychiatrie im Münchner Stadtteil Giesing. Auf einer spezialisierten Station für abhängige junge Menschen hat sie im vergangenen Jahr 172 Patientinnen und Patienten behandelt.Diese wollten keinen Dopaminrausch mehr, sie wollten nicht die Nacht durchtanzen, erzählt Riedner. Vielmehr suchten sie eine Welt wie in Watte gepackt, weit weg von sich selbst und der eigenen Überforderung. So beschreibt Riedner, was ihr die Jugendlichen aus der Suchtstation erzählen. Eine Dauerdämpfung vom Aufstehen bis zum Einschlafen.Und noch etwas beobachtet die Ärztin: Ihre Patientinnen und Patienten werden immer jünger.

Therapie in Suchtklinik: Dauerdämpfung vom Aufstehen bis zum Einschlafen

Suchtmediziner und andere Experten registrieren die Entwicklung mit Sorge . Zumal die Pillen leicht verfügbar und günstig sind: Man kann sie über Instagram, Telegram und TikTok bestellen, sie werden per Drogentaxi gebracht oder per Post verschickt.