Vor Hunderten Millionen Jahren war das heutige England und Wales die Heimat des größten Skorpions der Welt. Obwohl Fossilien von Praearcturus gigas bereits seit mehr als einem Jahrhundert bekannt sind, entwickelte sich lange eine Kontroverse um seine tatsächliche Identität. Neue Untersuchungen einer Reihe von Fossilien haben nun seinen Status als einer der größten prähistorischen Skorpione bestätigt. Zu dem Schluss kommt ein Forscherteam um Richard J. Howard im Fachmagazin Palaeontology .Demnach hatte der Riesenskorpion 16 Zentimeter lange Scheren und wurde etwa einen Meter lang, also etwa so groß wie ein Labrador. Als der Skorpion vor 415 Millionen Jahren lebte, überragte er den Forschern zufolge die meisten Lebewesen. Das Leben sei zu der Zeit noch recht jung gewesen, nur wenige Tiere hätten damals eine solch enorme Größe erreicht. Infolgedessen habe der Riesenskorpion wohl die freie Wahl bei seiner Beute, kleinen Gliederfüßern, gehabt. Praearcturus habe sich aber auch von Fischen und anderen großen Tieren ernährt.Forscher Howard erklärte, der frühe Nachweis des Skorpions verändere das Wissen über die Evolution dieser Tiere. Wenn Menschen an riesige Gliederfüßer denken würden, dann etwa an gigantische Tausendfüßer oder Libellen, so Howard: »Doch diese Arten lebten im Karbonzeitalter, mindestens 55 Millionen Jahre nach Praearcturus, als sich die Landökosysteme bereits entwickelt hatten.« Der Riesenskorpion hingegen lebte laut Howard zu einer Zeit, »als das Leben an Land gerade erst begann und die Vorfahren von Reptilien, Säugetieren und Vögeln das Wasser noch nicht verlassen hatten. Das deutet darauf hin, dass diese Art möglicherweise so groß wurde, weil es keine anderen großen Raubtiere gab, sodass sie ihre Umgebung dominieren konnte.«
Praearcturus gigas: Dieser Riesenskorpion war so groß wie ein Hund
Fossilien in Großbritannien gaben Forschern lange Rätsel auf: Lebte hier einst ein gigantischer Skorpion? Neue Erkenntnisse liefern nun die Bestätigung.










