Gewinner: Deveron FonvilleNachdem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitgeteilt hat, dass Lennart Karl wegen eines Muskelbündelrisses für die Weltmeisterschaft ausfallen wird, hat sich keiner gefreut, vermutlich auch Deveron Fonville nicht. Er ist ein echter Sportler, und echte Sportler wollen sich mit den Besten messen, auch dann, wenn diese sehr viel besser sind als sie selbst.Allerdings wäre es nicht nur denk-, sondern sogar nachvollziehbar, wenn Fonville, der Linksverteidiger aus Curaçao, ein ganz klein bisschen erleichtert gewesen wäre, dass er es am kommenden Sonntag im ersten WM-Spiel gegen Deutschland auf seiner Seite nicht mit Karl zu tun bekommt.Mit diesem frechen Außenstürmer des FC Bayern, der die Kunst des Beinschusses beherrscht, der Knoten in die Beine dribbelt, der selbst bei den vorsichtigsten Verteidigern einen Ankle-Breaker verursachen kann. Kurz: der einen auf seine spielerische Art demütigt.Statt mit Karl muss es Fonville dann wohl mit Leroy Sané aufnehmen, einem Spieler, der mit seiner Geschwindigkeit wie gemacht ist für den Fußball der Gegenwart. Wird das einfacher? Nein, aber wohl etwas weniger demütigend.Gewinner: Markus KröscheFür den Fall, dass der Sportvorstand der Frankfurter Eintracht in dieser Woche einen Anruf aus München erhält, und für den Fall, dass es in diesem Monat nicht der erste Anruf aus München war, wird Markus Krösche mit einem Wort antworten können: mehr!Verkaufswert gesteigert: Nathanial BrownAFPEr würde das so sagen können, weil der FC Bayern mit dem Außenverteidiger Nathaniel Brown nun nicht mehr nur einen Stammspieler Eintracht Frankfurts, sondern vielleicht sogar einen Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft verpflichten möchte. Und selbst wenn der Anrufer aus München entgegnen würde, dass Brown bisher noch kein WM-Spiel bestritten hat, könnte Krösche wiederum dagegenhalten, dass man dann die WM-Spiele abwarten könne.Sollte Brown, der sich auch dank seiner Geschwindigkeit gerade so gut in Szene gesetzt hat, die WM nämlich so spielen, wie das erhofft und auch erwartet wird, wäre da wohl nicht nur der Anrufer aus München. Da wären dann viele andere Anrufer, vermutlich auch aus der Premier League, wo die Manager nicht erst am Tegernsee ein Stück Apfelkuchen mampfen müssen, um sich mehr Geld für einen solchen Transfer genehmigen zu lassen.Gewinner: Mads ButtgereitFür die eigentliche Nachricht dahinter hieß es aber: um die Ecke denken. Schreuder soll Standardtrainer Mads Buttgereit entlasten. Klappt gut. Fünf von zwölf Toren erzielte das DFB-Team 2026 nach Standardsituationen, zuletzt beim Freistoß von Joshua Kimmich auf den Kopf von Kai Havertz in den USA. Eine deutsche Spezialität sind kurz ausgeführte Ecken – allein danach gab es im WM-Jahr drei Tore. Ein Trend des Fußballs, den die Deutschen diesmal ganz offensichtlich nicht verpasst haben.Verlierer: Der Wusiala-HypeAm Freitag hat der DFB auf seinem Instagram-Kanal ein kurzes Video veröffentlicht. Man kann darin sehen, wie Jamal Musiala und Florian Wirtz sich den Ball für ihre Verhältnisse so unspektakulär hin- und herspielen, dass man nur darauf wartet, dass sich Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg gleich die Musiala- und Wirtz-Masken vom Gesicht ziehen. Und man kann darunter lesen: „… wie sehr freut ihr euch auf wusiala@WM?“An diesem Video und vor allem an dieser Frage lässt sich aber auch erahnen, dass selbst die Hypeprofis aus dem Social-Media-Team des DFB sich schwer damit tun, einen neuen Wusiala-Hype zu erzeugen. Fußballreporterregel: Wer fragt, „wie sehr“ etwas freut oder schmerzt, will hören: „sehr“.Weil der Gefragte kaum anders antworten kann. Das ist so, als würde man einen Arzt oder eine Ärztin fragen, wie sehr man Luft zum Atmen braucht. Oder den DFB-Präsidenten, wie sehr Donald Trump den FIFA-Friedenspreis verdient hat.Wie sehr freuen sich Wusiala wohl darauf, ständig nach Wusiala gefragt zu werden?dpaUnd spätestens nach den beiden letzten Testspielen muss man mit Blick auf die Nationalmannschaft und die WM vor allem wegen Musialas fehlender Leichtigkeit fragen: Wie sehr kann es sein, dass Wusiala nur das W bleibt?Verlierer: das TorhütertrioEins und zwei macht zwei, zwei und eins macht drei. Und eins ist nicht gleich eins. Karl-Heinz Rummenigge wusste schon, dass Fußball keine Mathematik ist, jedenfalls keine, in der jede Rechnung aufgeht. Der Bundestrainer hat mit seinem Torhüter-Roulette einen schönen Zahlensalat angerichtet.In Chicago sah das auf den Trikots so aus: Die Nummer 12, Oliver Baumann, ist die Nummer zwei, die Nummer 21, Alexander Nübel, die Nummer drei. Und die Nummer eins, Jonas Urbig, ist nur Platzhalter, bis die Nummer eins wieder fit ist. Ob das zum WM-Start gegen Curaçao klappt, ist ob der langwierigen Wadenprobleme bei Manuel Neuer noch unklar.Richtig gut gelaunt ist derzeit keiner der drei deutschen Torhüter, zwei, weil sie degradiert wurden, einer, weil er warten muss. Wie gut die Laune wird bei dieser WM, auch bei Nagelsmann, hängt ganz erheblich davon ab, ob er bei der Nummer mit Neuer tatsächlich auf die richtige Zahl gesetzt hat.Verlierer: Saïd El MalaZu einem Heimspiel des 1. FC Köln sollte der Bundestrainer in nächster Zeit besser nicht gehen. Im November lud Julian Nagelsmann Saïd El Mala in die Nationalmannschaft ein, schickte ihn aber nach 90 Minuten auf der Bank direkt zur U 21 zurück. Den Platz im WM-Kader bekam Leroy Sané.Selbst als der Bundestrainer durch die Verletzung von Lennart Karl eine zweite Chance erhielt, wurde es nichts mit einer Nominierung des Kölner Lieblings. Was zum Geißbock hat ein Assan Ouédraogo, was ein Saïd El Mala nicht hat, fragen sie sich in Köln.45 Minuten Spielzeit in Südafrika, sagt Julian Nagelsmann. Hätte der FC nach der Bundesliga-Saison mal eine kleine PR-Tour eingelegt. Muss ja nicht gleich nach Südafrika sein. Dann wäre El Mala womöglich nun nicht im Süden Europas unterwegs, sondern im Süden der Vereinigten Staaten.