Ein starkes Erdbeben hat die südlichen Philippinen erschüttert und kleinere Tsunami-Wellen ausgelöst. Das Ausmass der Schäden und die Zahl der Todesopfer ist noch unklar.08.06.2026, 08.36 Uhr2 LeseminutenDie Stadt General Santos City auf der Insel Mindanao ist besonders stark vom Erdbeben betroffen.GenSan DEV / Handout(dpa) Bei einem schweren Erdbeben auf den Philippinen sind verschiedenen Behörden nach mindestens 15 Personen ums Leben gekommen. 129 weitere seien bei dem Beben der Stärke 7,8 verletzt worden, sagte der Direktor des philippinischen Zivilschutzes, Rod Sosmena, vor Journalisten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Er sprach von zwölf Todesopfern in drei Regionen, die meisten davon in der schwer betroffenen Stadt General Santos City. Der Katastrophenschutz bestätigte drei weitere Tote in der Provinz Davao Occidental. «Die Schadensbewertung und die Erfassung der Opfer dauern noch an», sagte Sosmena weiter. So gebe es Berichte, dass Menschen in einer Schule eingeschlossen sind. «Aber wir haben noch keine genaue Zahl», betonte er.Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Morgen Teile der Insel Mindanao erschüttert, Gebäude einstürzen lassen und Menschen in Panik auf die Strassen getrieben. Das Beben traf die Region um 7 Uhr 37 (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt – Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.Kinder der Grundschule Deped Mahayahay hocken sich während des Bebens unter freiem Himmel auf den Boden.ReutersKleinere Flutwellen in IndonesienDie Behörden erliessen Tsunami-Warnungen. Diese wurden jedoch mehrere Stunden nach dem Erdbeben wieder aufgehoben. Zuvor hatte etwa die amerikanische Behörde vor Wellen von bis zu drei Metern Höhe gewarnt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte nach eigenen Angaben in sechs Küstengebieten Flutwellen von bis zu 1,4 Metern Höhe und beobachtete die Lage zunächst weiter.Auch in Indonesien, wo die Erdstösse ebenfalls deutlich zu spüren waren, wurden kleinere Tsunami-Wellen registriert. Der Meeresspiegel stieg nach Angaben der zuständigen Behörde jedoch nur leicht an. Die dortige Tsunami-Warnung wurde ebenfalls aufgehoben.«Wir haben nur noch geschrien»Die philippinische Katastrophenschutzbehörde erhält derweil erste Berichte über Schäden an Schulen, Spitälern, Einkaufszentren und Kirchen. Mehrere Gebäude auf Mindanao stürzten teilweise oder ganz ein. Der Flughafen von General Santos City wurde vorübergehend geschlossen.Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen Erdstösse. «Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten», sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. «Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte.» Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: «Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten.»Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklärte er. Er stehe in ständigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort.Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring – einem gigantischen, hufeisenförmigen Vulkangürtel. Dort treten besonders häufig starke Erdbeben und Vulkanausbrüche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstossen.Passend zum Artikel