PfadnavigationHomePolitikAuslandAltkanzler trifft Putin„Schröder war nicht im Kreml, um Putin zu diesem schrecklichen Krieg zu gratulieren“, sagt StegnerStand: 20:17 UhrLesedauer: 2 MinutenRalf Stegner, Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD), aufgenommen im Rahmen des Bundesparteitages der SPD in Berlin, 27.06.2025.Quelle: picture alliance/photothek.de/Florian GaertnerDer russische Präsident Putin wünscht sich Altkanzler Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg – und soll ihn nun zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen haben. SPD-Politiker Ralf Stegner hält das für eine Chance.Während die Bundesregierung mit Zurückhaltung auf das Gespräch zwischen Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau reagiert, hat der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner lobende Worte für das Treffen gefunden.„Egal, was man von Gerhard Schröder hält, muss doch jeder anerkennen: Es ist eher eine Chance als ein Risiko, wenn der frühere Bundeskanzler Schröder mit Präsident Putin redet“, sagte Stegner dem „Tagesspiegel“: „Was bitte soll ein solches Vier-Augen-Gespräch schaden? Ob es am Ende nützen wird, lässt sich heute kaum abschätzen.“Lesen Sie auchIn der „teils großen Erregung über Schröder“, sagte Ex-SPD-Vize Stegner, müsse man unterscheiden: „Ein Verhandlungsführer für den Westen kann Schröder nicht sein. Aber natürlich kann er ein Vermittler zu Putin sein.“ Schröder sei kein aktiver Politiker mehr, er entscheide damit auch nichts.„Wer in Deutschland hat denn noch Zugänge zu Putin?“, fragte Stegner: „Wir können froh sein, dass der Draht zwischen Schröder und Putin noch funktioniert. Ich bin sicher: Schröder war nicht im Kreml, um Putin zu diesem schrecklichen Krieg zu gratulieren oder ihn zu umschmeicheln.“ Putin habe bisher kein Kriegsziel erreicht, und er müsse diesen Krieg beenden.„Die Empörung der üblichen Verdächtigen über Schröder“ bringe keinen Schritt weiter, und helfe auch der Ukraine nicht, sagte Stegner: „Es bringt auch nichts, Putin an der Kreml-Mauer zuzurufen: Du bist ein Diktator. Stattdessen sollten wir uns über jeden, wirklich jeden Versuch freuen, wenn ein Elder Statesman wie Schröder auf Putin einwirkt.“Lesen Sie auchDie Bundesregierung wollte das Treffen zwischen Schröder und Putin auf „Tagesspiegel“-Anfrage nicht kommentieren. Das Auswärtige Amt teilte auf Nachfrage mit, man sei in die Unterredung zwischen Schröder und Putin „nicht eingebunden“ gewesen. Das Büro Schröders reagierte auf eine Anfrage am Samstag zunächst nicht, heißt es in dem Bericht.Der Kreml hatte am Freitag gemeldet, dass sich Putin und Altkanzler Schröder in Moskau getroffen haben. Der außenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, sprach von einem „guten Gespräch“. Zum Inhalt gab es keine Angaben. Putin hatte bereits vor Wochen den Wunsch geäußert, Schröder solle im Ukraine-Krieg vermitteln.lay