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Kulinarik: Der Mann, der die Deutschen das Essen und Köche das Fürchten lehrte Schalotten im Discounter, Spitzenküche in der Provinz, neue Kochkulturen: Vieles geht auf Wolfram Siebeck zurück. Der Gastrokritiker wollte den Deutschen Geschmack beibringen. Mit Erfolg?

Thorsten Firlus 05.06.2026 - 04:00 Uhr Artikel anhörenWolfram Siebeck 1995: Bemühen um die kulinarische Bildung der Deutschen. Foto: ullstein bild via Getty Images1997 versaute Wolfram Siebeck zahllosen seiner Leser das Weihnachtsdessert. Der Kolumnist, Gastrokritiker und Autor des Weihnachtsmenüs des „Zeitmagazins“ griff ein Dessert des französischen Kochs Alain Chapel auf. Aus acht Esslöffeln Zitronensaft machte er versehentlich den Saft von acht Zitronen. Ein Fehler, der es bis in den Druck schaffte.Im Februar darauf äußerte sich Siebeck in der Zeit dazu: „Ich gestehe!“ Von Einsicht war jedoch weit weniger zu lesen, als die angesäuerte Leserschaft es vielleicht erwartet hätte. Christoph Wirtz, ehemaliger Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Restaurantguides „Gault & Millau“, schildert die Anekdote in der jetzt erschienenen Biografie „Ein sattes Leben“ über Siebeck, der vor zehn Jahren mit 87 Jahren verstarb.Wolfram Siebecks Ziel war es, den Deutschen guten Geschmack beizubringen und sie zu kundigen Hobbyköchen zu machen.Das Buch zeichnet Siebecks Weg vom Geburtsort Duisburg über die Kriegsgefangenschaft und den Start als Satireautor bis zu seinem kulinarischen Wirken mit Restaurantkritiken, Kolumnen wie im Feinschmecker und Büchern wie „Kochschule für Anspruchsvolle“.Christoph Wirtz: Siebeck – Ein sattes Leben: Der Mann, der die Deutschen auf den Geschmack brachte, ZS 2026, 304 Seiten, 29,90 Euro. Foto: PRObwohl er mit dem Weihnachtsrezept scheiterte, hat Siebeck rund um Kulinarik, Gastronomie und Genuss wohl mehr erreicht als viele andere Autoren vor und nach ihm. Die New York Times schrieb einst über Siebeck: „Man könnte sagen, dass Wolfram Siebecks fast im Alleingang geführte Kampagne zur Veränderung der Essgewohnheiten der Deutschen damit begann, dass er feststellte, dass Schalotten in Deutschland nicht erhältlich waren.“Heute gehören die in Frankreich zur feinen Küche zählenden Schalotten, wie der Duden als einzige Schreibweise für Echalottes zulässt, zum Standardsortiment – sogar beim Discounter. Ziel erreicht? Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt