Angesichts der anhaltenden Talfahrt des Yen hat die japanische Regierung erneut mit einem Eingreifen in den Devisenmarkt gedroht. Japan behalte sich das Recht vor, „entschlossene Maßnahmen“ gegen eine übermäßige Volatilität zu ergreifen, sagte Finanzministerin Satsuki Katayama (67) am Freitag im Parlament. Zuvor war die heimische Währung am Mittwoch zum ersten Mal seit Ende April wieder auf die Marke von 160 Yen pro Dollar gefallen, die an den Märkten als Schmerzgrenze für mögliche staatliche Interventionen gilt. Gleichzeitig zeigten offizielle Daten, dass die massiven Stützungskäufe der vergangenen Woche tiefe Löcher in die Staatskasse gerissen haben.Die Währungsreserven des Landes fielen im Mai um 5,6 Prozent oder 77,1 Milliarden Dollar auf 1,3 Billionen Dollar, wie das Finanzministerium mitteilte. Das ist der stärkste jemals verzeichnete Rückgang. Bereits in der Vorwoche hatten Daten gezeigt, dass Japan seit Ende April 11,7 Billionen Yen (gut 73 Milliarden Dollar) zur Stützung der Währung ausgegeben hatte.

Währungsreserven schwindenUm das zu finanzieren, wurden offenbar im großen Stil ausländische Wertpapiere abgestoßen – ein wesentlicher Bestandteil der Währungsreserven. Deren Bestände schrumpften um 75,6 Milliarden auf 931,7 Milliarden Dollar. „Es scheint, dass US-Staatsanleihen verkauft wurden, um die Marktinterventionen zu finanzieren“, sagte Tsuyoshi Ueno, Chefökonom beim NLI Research Institute. Tokio habe bereits signalisiert, dass man bereit sei, US-Papiere für solche Operationen zu verkaufen. Nach China verfügt Japan über die weltweit zweitgrößten Währungsreserven.