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1. Wadephul allein in New YorkDas Hinterzimmer, als Ort des politischen Geschehens, hat einen schlechten Ruf. Es symbolisiert Intransparenz und eine Welt der krummen Geschäfte. In der Diplomatie allerdings ermöglicht das Hinterzimmer Vertraulichkeit. Der deutsche Außenminister, Johann Wadephul, hat sich diese Woche in jener geheimnisvollen Sphäre der Halböffentlichkeit bewegt.

In New York wohnte er tagelang in einem Hotel, nahe den Vereinten Nationen am East River. Was nach einem ausgedehnten Städtetrip klingt, war harte Arbeit für einen norddeutschen Introvertierten, der Gäste gern mit einem trockenen »Moin« begrüßt.»Der deutsche Chefdiplomat nimmt an Konferenzen teil, lädt zu Empfängen, trifft Außenminister und Uno-Botschafter möglichst vieler Länder«, schrieb mein Kollege Christoph Schult (hier mehr dazu ).Das Ziel der außenpolitischen Mission war ein nicht ständiger Sitz im Uno-Sicherheitsrat für die kommenden zwei Jahre.Eine Kandidatur für den Sicherheitsrat sei, so umschreibt es Christoph Schult, ein höchst »transaktionales Geschäft«. Ein Tauschhandel also, bei dem Wadephul auch vermessen konnte, wie viel das deutsche Wort in der Welt aktuell wert ist. Bundeskanzler Merz ist nicht durch außerordentliche Unterstützung der Mission aufgefallen. Um es mit einem Filmklassiker zu sagen: Wadephul allein in New York.