Braungebrannt, blauer Anzug, T-Shirt, schwarze Turnschuhe – Robert Habeck (56) tritt mit Schwung auf die Bühne des MACHN-Festivals in Leipzig, einer Kreativmesse für Gründer, Kreative und Medien. Er strahlt, weiß, dass das Publikum ihm hier gewogen ist. Als Hauptredner des Festivals soll er über Kommunikation in Transformationsprozessen sprechen. „Wie gelingt Lust auf Veränderung – und wie nimmt man Menschen dabei mit?“, wirbt die Festival-Webseite.
Gute Frage! Guter Gesprächspartner dafür. In welcher Rolle Habeck in Leipzig auftritt, wird nicht ganz klar. Als Privatperson? Philosoph? Er forscht seit seiner gescheiterten Kanzlerkandidatur 2025 unter anderem in Jerusalem, Berkeley und Kopenhagen. Ist er jetzt Publizist? Habeck veröffentlichte kürzlich mit der ehemaligen US-Energieministerin Jennifer Granholm auf Linkedin einen gemeinsamen Artikel. Energie solle von der Waffe (Putins) zur Verteidigungsstrategie Europas werden, indem man sich davon unabhängig macht. Klingt nach Lust zur Rückkehr in die Politik.
Eine konkrete Antwort gibt der frühere Vize-Kanzler den rund 200 Zuhörern darauf nicht, man muss zwischen den Zeilen lesen. Er sei erst mal erleichtert, erklärt er, als er die Bühne betritt: „Der Unterschied zu meinem jetzigen Job ist: Ich muss keine Entscheidungen mehr treffen. Jetzt haben andere die Torte im Gesicht.“










