Die Chance seines Lebens: Alexander Zverev steht im Halbfinal des French Open und greift nach seinem ersten Major-Titel – schon wiederDer Deutsche gehört zu den erfolgreichsten Tennisprofis seiner Generation. Nur die wichtigste Trophäe fehlt ihm.Klaus Bellstedt03.06.2026, 15.30 Uhr3 LeseminutenAlexander Zverev steht am French Open vor der grössten Chance seiner Karriere. Er gibt sich entspannt.Daniel Kopatsch / GettyDie Journalisten bissen sich einmal mehr die Zähne an Alexander Zverev aus. Der Deutsche hatte gerade sein Viertelfinalmatch am French Open gegen Spaniens Jungstar Rafael Jódar glatt in drei Sätzen gewonnen, und nur wenig später ging es in der Medienrunde im Bauch des Philippe-Chatrier-Tennisstadions vor allem um ein Thema: den Druck des Gewinnenmüssens.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Zverev liess sich aber auch am Dienstag nicht aus der Ruhe bringen. Der 29-Jährige parierte jede noch so einfallslose Frage souverän und locker. Die Titelansage, die alle so gern von ihm gehört hätten, sie gab es auch dieses Mal nicht. «Ich will die Matches gewinnen, die vor mir liegen – das ist mein Ziel», sagte er. «Ich bin im Halbfinal, aber das ist es für jetzt.»Selten hat man den Weltranglistendritten so entspannt gesehen wie dieser Tage im Stade Roland-Garros. Druck als Nichtfaktor für Zverev, so konnte man es auch beschreiben. Wenn das so ist, dann kommen auch solche Zitate zustande: «Ich habe solche Situationen schon erlebt. Nach diesem Interview gehe ich essen, lasse mich massieren, spiele eine Runde Mario Kart und gehe schlafen. Mein Alltag verändert sich kaum – unabhängig davon, ob ich gegen Novak Djokovic oder einen aufstrebenden jungen Spieler antrete.»Sinner und Djokovic sind überraschend ausgeschiedenDas French Open 2026 ist das 41. Grand-Slam-Turnier für Zverev. Zum siebten Mal steht er nun in einem Semifinal. Noch nie war die Ausgangslage günstiger für den Deutschen, den lang ersehnten ersten grossen Major-Titel zu gewinnen.Von den Turnierfavoriten sind Jannik Sinner und der ewige Novak Djokovic ja schon überraschend ausgeschieden. Carlos Alcaraz konnte wegen einer Verletzung in Paris gar nicht erst antreten. Übrig bleibt Zverev als logischer Titelfavorit, auch weil andere Top-Ten-Spieler wie Ben Shelton, Alex de Minaur oder Taylor Fritz ebenfalls früh im Turnier die Segel streichen mussten.Das Feld wirkt aus Zverevs Perspektive wie eine gemähte Wiese. Und doch haftet dieser Geschichte ein Vorbehalt an. Bei keinem anderen Spieler der Weltspitze liegen sportliche Klasse und die Frage nach der mentalen Stabilität so eng beieinander wie bei Zverev. In der Szene wissen das alle, deshalb kommen ja auch immer wieder die Fragen.Seit Jahren gehört Zverev zur Elite des Sports. Er gewann olympisches Gold in Tokio, zweimal die ATP Finals und sieben Masters-1000-Turniere. Seine Bilanz reicht aus, um ihn zu den erfolgreichsten Spielern seiner Generation zu zählen. Nur die wichtigste Trophäe fehlt bis heute.Sein Name taucht regelmässig in einer besonderen Kategorie auf: jener der besten Spieler der Tennisgeschichte, die nie ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnten. Marcelo Ríos, David Nalbandian, David Ferrer oder Tomas Berdych gehören auch zu diesem Kreis. Es ist eine Gesellschaft, der Zverev um jeden Preis entgehen möchte.Er scheint mit dem Druck gut umzugehenDie Narben seiner verpassten Chancen sind noch sichtbar. Dreimal stand Zverev im Final eines Grand-Slam-Turniers, dreimal verliess er den Platz als Verlierer.Im US-Open-Final 2020 führte er gegen Dominic Thiem bereits mit zwei Sätzen und einem Break, ehe ihm der Sieg entglitt. Im vergangenen Jahr in Paris lag er gegen Carlos Alcaraz mit 2:1 Sätzen vorne und verlor dennoch. Auch im Australian-Open-Final Anfang 2025 blieb ihm gegen Jannik Sinner nur die Rolle des Herausforderers.Nun soll alles anders werden – und vieles deutet in diesen Tagen tatsächlich darauf hin. Der Deutsche scheint mit dem Gewicht dieser vielleicht einmaligen Chance in seiner Karriere gut umzugehen.Am Freitag trifft er im Halbfinal auf den 20-jährigen Tschechen Jakub Mensik, der den ein Jahr jüngeren João Fonseca besiegen konnte. Zverev muss jetzt nur bei sich bleiben. Das bessere Tennis bringt er ohnehin mit.Dreimal stand Zverev im Final eines Grand-Slam-Turniers, dreimal verlor er. In Paris will er das ändern.Burak Akbulut / ImagoPassend zum Artikel
Die Chance seines Lebens: Alexander Zverev steht im Halbfinal des French Open
Der Deutsche gehört zu den erfolgreichsten Tennisprofis seiner Generation. Nur die wichtigste Trophäe fehlt ihm.










